Der gute Egoismus | Episode #4 mit Julien Backhaus

Transkript

Episode 4

Niclas: Julian, erstmal darf ich mich ganz herzlich bei dir bedanken, dass du dir die Zeit genommen hast, dass wir einfach zusammengefunden haben für den Podcast und starte deshalb auch gleich rein. Du hast ein neues Buch geschrieben mit dem Titel: Ego. Ich hab es vor mir, liegen jetzt auf dem iPad. Ich habe es gestern Abend zu Ende gelesen. Erstmal herzlichen Glückwunsch zu diesem Buch. Ist super geworden. Klasse Buch. Nach deinem letzten Buch habe ich mir gesagt, das lese ich auch definitiv. Und es ist ein Buch, wie ich finde, was so ganz anders ist, als ich vielleicht auf den ersten Gedanken lese, weil da steht Ego, und man denkt jetzt an den Egoisten, und du schreibst tatsächlich, es gibt zwei Arten von Egoisten. Das finde ich super interessant, weil die Gesellschaft sagt uns ja eigentlich Egoisten sind böse Menschen. Es gibt nur diesen einen Egoisten, und du sagst jetzt in deinem Buch gar nicht der Fall. Es gibt zwei Egoisten, den guten und den schlechten Egoisten. Wo liegt der Unterschied?

Julien: Das ist ja ganz, ganz vielen Begriffen so. Die uns irgendwie einseitig verkauft werden. Und so gibt’s doch Begriffe, die auch verschiedene Seiten haben. Egoismus ist eben dasselbe. Ja, es gibt schlechten Egoismus natürlich, und es gibt auch guten Egoismus, und der schlechte äußert sich eben daran, dass jemand bewusst jemandem anders Schaden zufügen muss, um selber einen Gewinn davon zu tragen. Und das kann Betrug sein, das kann oder Gewalt sein. Es kann viele verschiedene Dinge sein, das möchte keiner, das ist völlig klar. Aber es gibt eben auch die gute Seite des Egoismus. Die nämlich besagt: Nimm dich doch mal ein Stück wichtiger. Wir alle haben eine gewisse begrenzte Zeit auf diesem Planeten, und die sollten wir auch ganz gut nutzen. Und man hat uns eingeredet Ne ne, zuerst die Wünsche der anderen. Du kommst zuletzt, alle anderen kommen erstmal. Und dass dieses Konzept aber seit Jahrhunderten überhaupt nicht funktioniert, die Leute unglücklich sind, ihre Ziele nicht erreichen und so weiter und sofort sich fragen, warum sie nicht von der Stelle kommen. Das hat sich einfach nicht bewährt, und die Leute müssen sich fragen Okay, vielleicht ist es ja mal an der Zeit, meine eigenen Wünsche, meine Träume, meine eigenen Ziele, Agenda mal an erste Stelle zu stellen. Und wenn es mir gut geht, wenn ich aus einer Position der Stärke heraus lebe, kann ich auch für andere Menschen ganz anders da sein.

Niclas: Du hast geschrieben in deinem Buch, ein Werkzeug zur Steuerung der Masse, nennt sich öffentliche Meinung. Was ja auch gesagt, finde ich super. Das habe ich mir gleich notiert, dass auch unter anderem beschrieben, dass dieser schlechte Egoismus, von dem du sprichst, ja eigentlich die öffentliche Meinung ist, dass Egoismus an sich per se etwas Schlechtes ist. Warum glaubst du, macht die Gesellschaft so etwas mit uns? Was ist der Grund dahinter?

Julien: Naja, ob es einen nachgewiesenen Grund gibt? Wir haben keinen rausgefunden. Ich habe ja eine Vermutung angestellt, dass man, als es damals noch richtig so mit Königreiche und Kirche gab, und es gab die Obrigkeit sozusagen, hat die Obrigkeit gedacht Wie kriegen wir die Masse am besten unter Kontrolle? Und das könnte man über so ein Werkzeug machen. Denkt an die anderen. Die Gemeinschaft ist wichtiger als der Einzelne. Und es gab vielleicht sogar Zeiten, in denen hatte das seine Berechtigung. Aber heute ist es ganz sicherlich nicht mehr so. Und die Gewinner waren immer diejenigen, die sich selber Ziele gesteckt haben und die auch konsequent verfolgt haben. In Anführungsstrichen, ohne Rücksicht auf die Kommentare der anderen. Wir tendieren immer dazu, dass wir es allen möglichen Menschen recht machen wollen. Das ist so unser Herdentrieb. Wir wollen gerne dazugehören, und wir wollen es den anderen gerne recht machen. Aber das ist natürlich auch ein Konzept, was überhaupt nicht funktioniert, weil es gibt immer welche, die finde ich gut, und es gibt immer welche, die finde ich schlecht. Und mit deinen Tätigkeiten oder Vorhaben trittst du immer Leuten auf die Füße und anderen Leuten hilft. Von daher kann man letztendlich nur selbst zentriert leben und sagen Okay, an erster Stelle muss ich mich selber mal stellen.

Niclas: Du hast das zum Beispiel geschrieben ist so ein anderer Satz den ich mir markiert habe. Ein Nein zu anderen ist ein Ja zu sich selbst. Geiler Satz, so kann man nur zitieren. Mir stellt sich jetzt die Frage Wenn du das du sagst. Wenn andere dann sicherlich meint, man trifft ja auch mal auf Kritiker. Du kannst das selber ja selber erfolgreiche Unternehmer, egal was man macht, man wird immer kritisiert. Also neun von zehn kritisieren und sagen Das wird einer sagt am Ende wird doch was. Wie gehst du persönlich mit diesen Menschen um, die das, was du tust, sei es jetzt dein Unternehmen, sei es deine Bücher, die dich damit kritisieren. Wie gehst du damit um?

Julien: Naja, letztendlich muss man sich diesen Satz verinnerlichen. Du darfst weder vom Lob noch von der Kritik von außen abhängig sein. Definieren musst du dich selber. Da fängt der gute Egoismus eben auch an, dass wir nicht sagen. Wir definieren uns über das, was das Außen von uns hält. Sondern wir definieren uns selbst von innen heraus und ermächtigen uns sozusagen selber. Dir muss niemand sagen, ob du toll bist oder ob du das richtig machst oder ob du das falsch machst. Letztendlich muss ich mir selbst gefallen, und ich muss mit mir selber. Abends. Wenn ich irgendwann nicht schlafen gehe, muss ich mit mir ins Gericht gehen und zufrieden sein. Von daher kann man einfach nur sagen: Wenn dich jemand lobt, nimm es hin, aber nimm es dir nicht zu Herzen. Wenn dich jemand kritisiert, nehme es hin, aber müsst ihr nicht zu Herzen, weil die Definition einfach nicht von außen kommen darf, sondern von innen. Und wie gesagt, es kommt wieder zu diesem Herdentrieb. Wir sagen ja, aber ich will ja anderen Leuten gefallen. Ich will akzeptiert sein. Ich will zur Gruppe dazugehören und so weiter. Aber die Wahrheit ist: Du wirst immer zu einer Gruppe dazugehören. Und wenn du jetzt sozusagen jemanden anderes spielst, dann gehörst du halt zur linken Gruppe. Und wenn du ehrlich bist und du selbst bist zur rechten Gruppe, ist letztendlich völlig egal. Von daher darf man, darf man einfach sich das nicht zu Herzen nehmen. Und ich schreibe ja auch in dem Buch: Niemand kennt dich selbst so gut wie du. Wie will dich jemand bewerten, der ich vielleicht mal irgendwo auf Instagram gesehen hat? Das ist einfach nicht logisch. Ich plädiere ja für eine gewisse Nüchternheit, und das gehört sicherlich dazu.

Niclas: Dann würde es mal wenn man das so selbst praktiziert, könnte man ja eigentlich auch sagen Fuck off, scheiß auf jeden. Ich mache mein Ding. Und egal, was dabei rauskommt, solange ich niemanden mit meinen Handlungen verletze, also eigentlich nichts tue, was dem anderen schadet, kann ich tun, was ich will?

Julien: Im Endeffekt ja, das könnte man wirklich so sagen. Und einige Leute machen das auch sehr erfolgreich.

Niclas: Die Frage ist natürlich immer nur, ob diese Leute tatsächlich auch sozial so hoch angesehen werden. Was ich gut fand in diesem Buch, du hast herausgearbeitet das du viel mit vielen erfolgreichen Menschen verglichen in verschiedenen Bereichen, beispielsweise Oliver Kahn hast du da verglichen. Das ist gar nicht so wichtig ob es darum geht, ob man jetzt von der Gesellschaft als positiver oder netter, freundlicher Mensch akzeptiert wird. Geschrieben wurde, darf man zitieren, wenn wir die Biografien berühmtester und erfolgreicher Menschen studieren, gelangen wir zu der Erkenntnis, dass diese keineswegs beliebte Menschen waren. Ja, stimmt. Denn wenn wir Biografien lesen Steve Jobs, auch Warren Buffett, Bill Gates, fällt mir jetzt vielleicht ein. Die waren nicht wirklich als nette Menschen bekannt, auch nicht Mark Zuckerberg oder so. Aber haben sicherlich etwas dazu aufgestellt. Muss man, wenn man ein guter Egoist ist, ein Arschloch sein?

Julien: Ja, aber wie gesagt, man muss jetzt auch ein bisschen definieren. Was heißt Arschloch? Man muss sicherlich kein Monster sein. Steve Jobs hat sich selbst während seiner Schulzeit als Monster bezeichnet. Also ich glaube daran, dass man dass man sein sein, dass man eine gewisse Höflichkeit an den Tag legen kann. Ich persönlich mache das auch. Ich will niemandem, irgendwie. Ich will niemanden beleidigen oder irgendetwas ähnliches. Ich will mein Ding machen. Und wenn sich dadurch irgendjemand beleidigt fühlt, obwohl ich ihn nicht direkt angesprochen habe, dann ist mir das völlig wurscht. Aber es gibt eben auch, und manchmal muss man das Gummiband ein bisschen ganz weit auseinanderziehen, damit man einfach so zwei Pole hat. In diesem Fall ist es genauso. Niemand muss so unbeliebt wie Steve Jobs oder Bill Gates in der Schulzeit sein. Aber es ist eine Gemeinsamkeit. Dieser Nonkonformismus ist eine Gemeinsamkeit der extrem Erfolgreichen. Also extrem Erfolgreiche sind gleichzeitig auch sehr, sehr kämpferisch, rechthaberisch und all solche Dinge. Und es war für niemanden ein Zuckerschlecken, mit Elon Musk oder mit Bill Gates zur Schule zu gehen, weil die einfach die Leute spüren lassen. Bill Gates zum Beispiel hat seine Lehrer spüren lassen, wenn sie im Unrecht waren oder er etwas wusste, was die nicht wussten. Und die hatten keine hohe Sozialkompetenz. Teilweise haben sie es auch heute noch nicht. Und das ist keine. Das ist keine Voraussetzung, um ein guter Egoist zu sein. Ganz im Gegenteil. Aber es ist interessanterweise eine Gemeinsamkeit vieler, super erfolgreicher.

Niclas: Das finde ich sehr interessant, weil ich lese es immer wieder in verschiedenen Büchern, dass, je größer die Empathie ist, desto größer ist auch die Möglichkeit, Erfolg zu haben mit anderen. Thema Leadership ist also ein ganz großes Ding. Et cetera et cetera. Und dieser gute Egoist, von dem du jetzt gerade sprichst, ist ja eigentlich. Ich will nicht sagen das absolute Gegenteil, aber so ein Stückweit richtet sich in die andere Richtung, sagt wir. Wir können gerne etwas zusammen machen, und ich helfe ihr gerne. Aber du sagst auch, es gibt immer den Punkt, wo ich abspringe und sage  Okay, bis hier bis zu diesem Punkt nicht weiter, weil ich mir einfach selbst am meisten wert bin. Du beschreibst: Halte deinen eigenen Standard immer am höchsten, dus hast zum Beispiel geschrieben, dass du sehr gerne Privatjet fliegst oder mindestens Business-Klasse einfach die Dinge gerne genießt. Die guten Dinge im Leben. Auch wenn es dir nicht das Allerwichtigste im Leben ist. Aber vielleicht magst du noch ein, zwei Sachen zu diesem Punkt sagen: Halte deinen Standort hoch.

Julien: Du warst leider jetzt gerade kurz abgebrochen. Ich hoffe, dass es auf der Aufnahme nachher nicht irgendwie abgebrochen ist. Aber ich habe so viel. Ich habe so viel verstanden, dass du gesagt hast. Man sollte eben seinen Standard hochhalten. Das, was man sich selber wert ist.

Niclas: Absolut. Absolut richtig.

Julien: Genau richtig. Und dazu stehe ich auch. Das ist aber für jeden auch etwas anderes. Nur weil ich da jetzt reinschreibe, dass ich gerne mal Privatjet fliege oder nicht ist, heißt es nicht, dass jemand anders sagt Okay, das muss jetzt mein Standard werden, absolut nicht. Wenn jemand gerne Fahrrad fährt, und so bin ich da vollkommen einverstanden. Nur er sollte nicht weniger akzeptieren. Nichts anderes heißt es eigentlich, seine eigenen Standards zu halten. Also wenn ich selber irgendwann sage Das bin ich mir wert, das möchte ich gerne. Und so weiter. Dass man sich nicht einreden lässt: Nee, du kannst auch ein bisschen weniger. Du musst ein bisschen ein bisschen zurückstecken oder solche Dinge. Gerade jetzt, in der Krisenzeit, in der Krisenzeit, werden viele gefragt: Und Mensch, wo machst du jetzt Einsparungen? Und es gibt einige Unternehmer, die sagen Ich mache keine Einsparung, ich erhöhe einfach den Umsatz oder das Einkommen. Das heißt, ich will mein Standard nicht verraten, nur weil sich die Umstände geändert haben, sondern ich lasse mir Wege einfallen, wie ich wieder bei meinem Standort bleibe. Einfach weil man sich gut betten soll, weil man, weil man wenn deine Familie zu Besuch kommt, dann gibst du alles, dass alles schön ist und dass es ihnen gut geht und dass sie sich wohlfühlen. Und das müssen wir aber selber mit uns auch machen. Das vergessen wir nur allzu leicht, uns selbst für selbstverständlich zu nehmen und unsere Umstände und zu sagen Na ja, gut, man kann ja auch mal zurückstecken. Aber wie man mit sich selbst umgeht, so wird man eben auch letztendlich sein, sein Leben verbringen.

Niclas: Das finde ich, das ist ein guter Punkt. Ich frage mich manchmal: Warum ist das bei vielen Menschen nicht so? Warum setzen Sie ihren Standard den Sie sich setzen könnten, nicht höher, sondern setzen sich niedrig und treffen gern. Und genau dieses Ziel, den Standards niedrig gesetzt haben. Und einer der einer der möglichen Antworten, die du gibst in deinem Buch zum Thema. Ich fands super, vielleicht sogar der beste Teil des Buches persönliche Meinung zum Thema Festhalten, Du hast gesagt oder geschrieben: Die Menschen halten an den Dingen fest, aber das, was wirklich wirklich so schwer ist, ist nicht das Loslassen von Dingen oder auch Menschen, die einen blockieren im Leben, sondern das, was so anstrengend ist, ist das Festhalten. Vielleicht kannst du da noch ein paar Sachen zu sagen.

Julien: Du hast ja jetzt eigentlich alles schon gesagt. Was soll man dazu sagen? Das Festhalten an Dingen macht uns oft erpressbar und drückt uns in eine Ecke. Dafür kann man viele Beispiele nennen. Im Buch habe ich unter anderem zum Beispiel gesagt: Wenn jemand ein Haus finanziert hat, dass er sich nicht leisten kann, und er wird seine finanzielle Situation verschlechtert sich oder wie auch immer, dann wird er dadurch so erpressbar, zum Beispiel den Banken gegenüber, und wird in eine Ecke gedrängt und kann nachts nicht mehr schlafen und wird seines Lebens nicht mehr froh und kriegt vielleicht ein Tumor. Wegen diesem scheiß Immobilienkredit, weil er unbedingt an dem, was er da mal gebaut hat, festhalten will. Und da ist eben die Lösung, auch loslassen zu können und zu sagen: Nein, was mich im Griff hat, sollte ich lieber loslassen, damit ich wieder ein freies Leben führen kann, damit ich nicht erpressbar bin, damit ich nicht in eine Ecke gedrängt stehe, sondern dass ich mich wieder frei und erfolgreich bewegen kann. Und in diesem Moment passieren eben viele Dinge. Wenn ich dann einfach das kurzfristige Leid des Verlustes akzeptiere, gewinne ich dadurch wieder die Freiheit, was das Schönste im Leben ist. Und gleichzeitig entsteht auch eine ganz interessante Verhandlungssituation, zum Beispiel mit so einer Bank. Wenn die Bank merkt, dass es dir auf einmal egal ist und du nicht mehr krampfhaft daran festhält, haben die zwei Möglichkeiten: Entweder sie verscheuern das Ding jetzt für ganz billig. Aber nein, oder sie kommen auf einmal mit einem sehr interessanten Angebot auf dich zu. Das sind eben solche Situationen, wo uns das Festhalten an Dingen sehr abhängig macht.

Niclas: Ich bin, ich bin froh, dass das ansprichst dieses Thema Abhängigkeit zum Thema Festhalten, weil wir an den Dingen festhalten, werden wir abhängig davon. Was ist zum Beispiel in deinem Buch geschrieben. Einer der Gründe, warum du, bekannt bist dafür, fast jeden Tag das gleiche Outfit zu tragen, weil du einfach sagst: Hey, das gefällt mir, und ich muss mich nicht an extrem viel Besitz klammern, sondern an das, was, was ich gerne trage, was mir Spaß macht und damit aber auch gleichzeitig meine Entscheidungsfreudichkeit anzureden und meine Entscheidungsträgheit gegen zu arbeiten. Würdest du sagen, dass gute Egoisten bessere Entscheidungen treffen können?

Julien: Ja, natürlich, weil sie immer den Maßstab haben, den sie am besten bewerten können, nämlich ihren eigenen. Sie versuchen nicht, irgendwie alle möglichen Leute damit glücklich zu machen, mit ihren Entscheidungen und nicht jedes, jede Eventualität zu beachten. Was der Nachbar oder der Mitarbeiter darüber denken könnte, sondern sie haben ihren eigenen Maßstab. Sie sagen Ist das etwas, was mich im Leben weiterbringt, was mich glücklich macht, was mich frei sein lässt? Und daran macht er dann eben die Entscheidung. Und deswegen kann er auch wunderbar dazu stehen und die auch verteidigen.

Niclas: Wenn jemand das hört und sagt Okay, ich verstehe das. Ich hab vielleicht sogar Interesse, einfach dein Buch zu lesen, oder jemand liest das Buch und sagt: Okay, habe ich verstanden. Gute Message. Aber jemand hat diesen, diesen Egoismus, diesen guten Egoismus noch nicht so ganz für sich verstanden. Er weiß nicht wie er es vielleicht anwenden kann im Leben. Was sind so die ersten Dinge, die du empfehlen würdest es für jemanden, der sagt: Ich möchte einfach ein guter Egoist werden.

Julien: Naja, hier ist ja ein Egoistentraining drinnen sozusagen. Deswegen hab ich ja letztendlich auch meine, ich habe viele Beispiele aus meinem eigenen Leben. Ich habe viele Beispiele aus prominenten Leben genannt, und ich habe natürlich auch den Michael gebeten, der nun, so der Coach in Österreich ist, zu sagen: Schreib doch mal ein paar Handlungsanleitungen für die Leute. Ich bin kein Coach, und ich will auch keiner sein. Und ich will den Leuten jetzt auch nicht den Lehrmeister spielen. Aber es gibt eben Menschen, die können sowas eben durch gezielte Handlungsanweisungen und Fragetechniken, so wie Michael. Der schreibt dann eben so ein bisschen im Training. Wie kann ich auf täglicher Basis mich selbst ein bisschen in diese Richtung hin entwickeln? Das ist sicherlich nicht etwas, was man mal eben kurz erklären kann. Aber das ist ein Training, und es ist wie alles auf täglicher Basis. Alles, was auf täglicher Basis erledigt wird, das kann auch zu einem Erfolg führen.

Niclas: An dieser Stelle sei noch gesagt Ich kommentiere das einfach mal für denjenigen, der das Buch gelesen hat. Am Ende seines Buches Super treffend ist, wie du sagst, noch Ich nenne es mal Coaching Teil oder so praktisch einfach nochmal sagt: Okay, jetzt haben wir mal den Sinn verstanden. Was ist, was ist dieser gute Egoismus? Und wie kann ich das umsetzen? Was war der Antrieb für dich zu sagen nach deinem letzten Buch Erfolg? Ich schreib jetzt über den guten Egoismus. Was war der Antrieb für dich?

Julien: Für mich war es eine völlig logische Lebensphilosophie bzw. eine gewohnte Lebensphilosophie. Ich habe so gelebt und habe das auch nicht besonders hinterfragt. Aber das kam in einer Talkshow im SWR, wo ich als Talkgast eingeladen war. Nachtcafé, und da war das Thema der Sendung, war Nächstenliebe oder Egoismus. Ich war dann sozusagen der Bad Boy, und alle anderen waren sozusagen gegen mich, wenn man so will. Das wusste ich aber vorher war keine Überraschung. Und da fiel mir eben auch so auf. Auch an den Reaktionen des Publikums, wie erschrocken manche sind, wenn man über dieses Thema guter Egoismus spricht. Das heißt ja, ich suche meine Vorteile. Und ja, ich will immer ein gutes Angebot haben und viele solche Dinge, das schockierte manche sogar ein wenig. Und da fiel mir auf, dass dieses Thema gar nicht so gewohnt ist wie für mich selber das heißt, dass viele Menschen da Nachholbedarf haben. Und deswegen macht dieses Thema Sinn, und es wird auch so gut wie kaum bespielt in der Buchszene. Es gibt weltweit ein paar Bücher, die über Egoismus geschrieben haben, als positive Form. Da war es Zeit 2020 mal wieder drüber was zu schreiben.

Niclas: Ich finde es auf jeden Fall das ist ein super gutes Buch, absolut gelungen. Ich bin froh, dass ich lesen konnte und lesen durfte deshalb. Ich kann es einfach nur jedem empfehlen, jeder, der das jetzt gerade sieht bzw. hört. Ich kann das Buch Ego von dir einfach nur weiterempfehlen. Ist eine gute Sache. Vor allem auch, weil wie ich finde, du am Ende auch nochmal auf das Thema Ziele eingehst. Tausend Mal besprochen, tausendmal gelesen. Jedes gottverdammte Buch spricht über Ziele, Visionen, all den Kram. Ich kann es fast nicht mehr hören. Es fällt mir fast aus den Ohren raus, aber du machst das relativ einfach und sagst was auch der gute Egoist und der Egoist haben beide zwar Ziele, aber einfach mit einer anderen Intention. Da ist eine andere Intention hinter und du sprichst nochmal etwas an, und zwar das Thema, verschriftliche deine Ziele und sprichst das an das ich glaube es war eine Studie, die du genannt hast, ein Buch, das man herausgefunden hat. University of California war es, wo jene, die ihre Ziele verschriftlicht haben und die auch immer wieder aufgeschrieben haben, diese Routine des Aufschreibens, der eigenen Ziele nachweislich innerhalb von zehn Jahren zehnmal mehr verdient haben als jene, die ihre Ziele nicht aufgeschrieben haben oder sie aufgeschrieben haben bzw. sie wussten, aber nicht aufgeschrieben haben, wie handhabst du das persönlich mit deinen Zielen?

Julien: Ich mache das auch so: Ich schreibe mir sie jeden Tag auf. Ich habe immer in der Küche so ein Büchlein liegen, wo ich jeden Morgen automatisch rangehe und mir meine Ziele nochmal aufschreibe. Das kann man natürlich auch auswendig, und die verändern sich dann auch von Jahr zu Jahr, weil man ja auch manche Ziele erreicht und sich neue Ziele setzt. Manche sind ganz langfristige Sachen, manche sind ja auch Charakterziele oder Verhaltensziele müssen ja nicht alles, immer nur geldliche Ziele oder sowas sein. So macht ich das auch.

Niclas: Ok. Finde ich interessant, denn egal, mit wem ich spreche. Alle sagen im Endeffekt. Ich habe mindestens einmal in meinem Leben so diese Dinge aufgeschrieben. Wahrscheinlich kennt sie jeder, dieser typische Bucket List, einmal rund 100 Dinge, die ich gerne machen will. Hast du ja auch gemacht. Ich bin jetzt einfach mal so dreist und will mal wissen: Was sind so zwei, drei vielleicht interessante oder mal so nonkonforme individuelle Sachen, die du auf deine Liste geschrieben hast, die du schon unbedingt mal machen wolltest, gemacht hast?

Julien: Du hast ja auch das Buch gelesen, und dann hast du auch die Stelle gelesen, dass ich öffentlich gar nicht über meine Ziele spreche. Da bleibe ich natürlich treu.

Niclas: Ich dachte, ich würde dir vielleicht ein Flugzeugtandemsprung oder sowas entlocken. Ich finde es aber gut, was du geschrieben hast. Ich denke, darüber können wir sprechen. Viele deiner Ziele hast du ja auch beschrieben teilweise. Sind nicht materiell. Das fand ich sehr gut, weil heute habe ich zumindest mein Gefühl, dass das, was ich wahrnehme ist, sehr viel darüber gesprochen wird. Jenes Auto, jenes Haus Uhr, irgendwelche materiellen Dinge, aber eben nicht der Weg ist eigentlich. Abschließend Ich würde gerne deine Meinung zum Thema Loyalität haben, du hast am Ende deines Buches was zum Thema Loyalität geschrieben und auch geschrieben, dass wir eigentlich von niemanden absolute Loyalität erwarten können, sondern Menschen eigentlich sich, wenn sie beispielsweise Partnern, Geschäftspartnern Beziehungen aussuchen, das nicht für den anderen ist, sondern wir persönlich wählen, weil wir diese Beziehung wollen und nicht wegen dem anderen. Dass wir aber gleichzeitig nie von einer hundertprozentigen Loyalität ausgehen können. Glaubst du nicht, dass, wenn ich, wenn ich das einen Gedanken habe, dass Menschen in erster Linie eigentlich nicht hundertprozentig loyal gegenüber mir sein können? Verschlechtert das Beziehung nicht, oder ist da nicht so ich sage mal, wie so ein Schatten liegt der dann nicht auf Beziehung, wenn ich immer nur davon ausgehe diese Person ist sowieso nicht 100% loyal zu mir.

Julien: Ja, das ist eine schwierige Frage. Ich meine, ich habe es ja. Ich habe es ja nicht nur behauptet, sondern eben auch an vielen Beispielen und Studien Erhebungen festgemacht, dass das eine tatsächliche Loyalität einfach ein Wunschtraum ist. Und das ist ja auch nicht schlimm, wenn man einem Wunschtraum irgendwo in einer Beziehung zum Beispiel hinterherläuft. Aber trotzdem finde ich, dass einem diese Nüchternheit eine gewisse Freiheit gibt, weil es dieselbe Situation ist wie mit dem Haus und der Bank. Also jemand hält krampfhaft an etwas fest, und der andere fühlt sich sehr in eine Ecke gedrängt, fühlt sich abhängig und manipuliert dadurch. Ich glaube, das Gegenteil kann man erreichen, wenn man sich, wenn man sich selbst der nächste ist. Ich selber muss die größte Loyalität mir selber, meiner Persönlichkeit und meinen Zielen und so weiter gegenüber haben. Und wenn ich, wenn ich in so einer starken Position bin, dann freue ich mich über jeden, der mich meines Weges begleitet. Aber ich bin nicht bitter enttäuscht und am Boden zerstört, wenn irgendjemand diese Loyalität nicht aufrechterhält. Und das heißt, es ist sozusagen eine Kann-Situation, aber keine Muss-Situation. Trotzdem glaube ich, dass dadurch, dass man es dadurch entspannt, dass man von dem anderen nicht so viel krampfhaft erwartet. Du musst aber bei mir, und wenn du mich eines Tages verlässt, dann bringe ich dich um. Darauf basieren leider viele Geschäftsbeziehungen und private Beziehungen. Ich glaube, wenn man diesem Druck rausnimmt, dann ist automatisch die Beziehung auch schöner und hat, glaube ich, mehr Erfolgspotenzial, als wenn ich dieses verkrampfte da drin habe.

Niclas: Super! Ich habe gerade geschrieben. Lass die Menschen los, die an dir krampfhaft festhalten, werde diesen Ballast los aus deinem Leben, genauso gleichzeitig, wenn du merkst, dass die Menschen in deinem Leben dich eigentlich, nicht voranbringen. Das ist nicht deren Aufgabe, aber dich nicht unterstützen können auf deinem Weg und ist einfach nicht der Richtige fit ist. Lass das einfach oder lass diese Menschen einfach los. Ich denke, dass es hier auch nochmal ein passender Kommentar zu dem Ganzen und unterm Strich würde ich definitiv daher sagen: Das Buch hat mich. Ich will nicht sagen inspirierend, das finde ich ist so abgedroschen, aber es war mal eine ganz andere Sichtweise auf das Thema Egoismus. Weil bisher und ich will da ganz ehrlich gestehen, hat man mir ja auch immer so verklickern, oder so kenne ich es zumindest. Egoismus als erster Linie erst mal als schlechtes. Und alle Egoisten sind Arschlöcher und will man nicht mit zu tun haben. Und da kommt mal ein ganz anderer Sachverhalt daher und sagt: Es gibt schlechte und gute Egoisten. Der eine ist sicherlich jemand, der anderen schaden will, und der andere ist jemand, der weiter kommt am Leben und mit dem, was er erreicht, auf Grundlage des guten Egoismus eben auch, was für andere tun kann. Und eben nicht nur das ganze Leben dreht sich um die eigene Person. Und das, finde ich, hast du super herausgearbeitet. Dein Buch und zeigt auch im Endeffekt wie dieser die Prinzipien des Guten Egoismus. Vielleicht könnte man das auch so nennen, wo ich den Titel Ego passend finde. Da jedem Menschen, jeder Altersgruppe helfen können, einfach zu verstehen, dass es da einen extrem wichtigen Menschen im eigenen Leben gibt. Und das ist man selbst. Ich denke, so kann ich das am Ende zusammenfassen. Deshalb nochmal ganz herzlichen Dank, dass Sie die Zeit genommen hast für den Podcast. Ich weiß, du bist super, busy unterwegs auch selbst in diesen Krisenzeiten, in der wir mit der Krankheit zu tun haben, weltweit. Deshalb will ich gar nicht weiter aufhalten. Ganz herzlichen Dank für deine Zeit. Ich wünsche ganz viel Erfolg weiterhin mit deinem Buch. Die Leser werden ebenfalls dein Buch bzw. den Link zu deinem Buch in der Beschreibung finden als auch die weitere Beschreibung zu dir und deinem Magazin Erfolg beispielsweise, aber auch zu deinem Kanal, damit sie dich dort abonnieren, liken und den ganzen anderen Spaß können und dann auch weiterhin up to date bleiben, was du machst und was die nächste Zeit, was du treibst, wo dich dein Weg hinführt. Deshalb nochmal ganz herzlichen Dank. Und bis dahin.

Julien: Danke dir auch.

2020-04-19T16:31:00+00:00