Rebellion im Hamsterrad

Transkript

Wir Menschen sind echte Hamster, die in einem System strampeln, ohne dieses überhaupt zu verstehen oder zu wissen, wie wir dieses für uns nutzen könnten. Kaum einer versteht wie er in diesem Hamsterrad der modernen Knechtschaft entfliehen kann, finanzielle oder berufliche Freiheit erlangt, Sinn stiftet und findet, Annehmlichkeiten des Lebens nutzt – wie z.B First Class für den Preis der Holzklasse fliegen oder wie man es schafft Freiheit zu finden und nur noch die Dinge zu tun, die unserer Gesellschaften auch wirklich nutzen. Wie das geht; dazu mehr natürlich im kommenden Verlauf. Wer gegen das Hamsterrad rebelliert, findet Sinn, beendet unsinnige Routinen und kann ein Leben führen, an das sich andere auch lange nach uns noch erinnern mögen.

Doch wir schaffen es nicht unsere Gegenwart auf Grund unserer Vergangenheit zu verstehen. Das liegt vor allem daran, dass der Hamster im Hamsterrad ein emotionales Wesen ist und die Emotion 24 mal stärker ist als die Ratio. So haben wir extreme Probleme dabei den Kreislauf zwischen Hochphase und Tiefphase der Wirtschaft, des Kapitalmarkts oder unserer Entwicklung zu durchbrechen. Es lohnt daher manchmal einen Blick in die Vergangenheit zu werfen, um die Zukunft vorherzusagen. Zum Beispiel um unsere finanzielle Zukunft, Freiheit, unsere wirtschaftliche Zukunft und vielleicht sogar politische Zukunft zu antizipieren. Blicken wir also einmal zurück in die Vergangenheit, um die Gegenwart und Zukunft des Hamsters besser zu verstehen.

Wir blicken zurück zu den alten Römern ca. 301 nach Christus zu Zeiten des römischen Kaisers Diokletian. Im römischen Reich hatte die Arbeitslosigkeit einen Hochpunkt erreicht. Die Folge war, dass Menschen Geld gespart und weniger ausgegeben hatten. Sie horteten das Geld.

Einzelhandelsgeschäfte schlossen weiter ihre Tore und Entlassungen nahmen zu, als sich die Nachfrage nach Produkten verlangsamte. Als Reaktion darauf stellte die Regierung Tausende von Arbeitnehmern zu überhöhten Löhnen ein. Die Regierung gab Rekordgeld für öffentliche Bauprojekte, Nahrungsmittelprogramme zur Ernährung der Bevölkerung aus und erhöhte die Größe des Militärs weiter, um ihre Interessen auf der ganzen Welt zu schützen. Und da die massiven Kosten für diese Programme weiter stiegen, hatte das besagte Imperium keine andere Wahl, als mehr Geld zu drucken, um die Rechnungen dafür zu bezahlen.

All dies führte letztlich zur hyperinflationären Zerstörung der Währung, des Denar, und zum Fall des damaligen römischen Reiches.

Um Roms globale Expansion und Kriege zu finanzieren, werteten die römischen Führer ihre Währung bestehend aus Gold und Silber zu dieser Zeit kontinuierlich ab. Sie taten dies, indem sie Münzen einer falschen Prägung unterzogen und sie Jahr für Jahr mit weniger Metallen wie Kupfer vermischten, um so den Wert jeder Münze zu reduzieren. Dies führte zu einer wuchernden Inflation. Nun wurden auf einmal mehr und mehr Münzen benötigt, um die gleiche Menge an Waren zu kaufen.

So erließ Diokletian im Jahr 301 sein berüchtigtes Preisedikt, das jedem, der Waren für mehr als die von der Regierung vorgeschriebenen Preise verkaufte, die Todesstrafe auferlegte. Er ließ weiterhin alle Löhne einfrieren. Die Enteignung wurde eingeführt. Die Verstaatlichung war das Resultat.

Klingt, dass nicht stark nachdem was von der linken Politik gefordert wird? Enteignung, Reichensteuer und Verstaatlichung? Ist es nicht das was wir von heute Neomarxisten hören?

Doch bleiben wir bei unserer Geschichte. Im römischen Reich stiegen die Preise weiter. Händler konnten ihre Waren nicht mehr mit Gewinn verkaufen, also schlossen sie ihre Geschäfte. Die Menschen haben ihre gewählte Karriere entweder verlassen oder einfach nur die soziale Hilfe vom Staat akzeptiert. Zu dieser Zeit hatte Rom eine Bevölkerung von etwa 1.000.000 Einwohnern, und die Regierung verteilte täglich an 200.000 von ihnen freien Weizen. Das war 1 in 5.  Heute nennen wir so etwas Essensmarken.

Doch vielleicht müssen wir gar nicht so weit zurück in die Vergangenheit. Wir schreiben lieber einmal das Jahr 1914. Der Beginn des ersten Weltkriegs. Um den Krieg zu finanzieren werteten wir Deutschen, ähnlich wie einst die Römer unsere Währung, die Reichsmark, ab und nahmen den Kurs, gebunden an Gold, vom Standard zurück und riefen laut: Bahn frei für mehr Geld!

Das Resultat war nicht nur die Niederlage im Krieg sondern vor allem der Kollaps der Wirtschaft Deutschlands. Die Hyperinflation 1923 war ein Ergebnis dieser Dummheit, als Geld gedruckt werden musste, damit das Volk überlebte.

Nun wir können tatsächlich die Zukunft durch die Vergangenheit vorhersagen – ein Stück weit zu mindestens –  denn die Vergangenheit hat gezeigt, dass wir Menschen nicht lernen wollen aus unseren Fehlern und Sie immer wieder begehen. Selbstverständlich sind meine Beispiele hier kurz gefasst und es gibt wesentlich mehr Beispiele aus der Geschichte, die dies unterstreichen könnten. Gerade jetzt laufen wir auf eine Zeit hinzu in welcher wir die gleichen Fehler wieder begehen werden, die wir einst in Rom, Babylon, Japan, Ägypten, Europa und heute in den USA sehen.

Der Autor Michael Maloney beschreibt dieses wiederkehrende Phänomen der finanziellen Dummheit in seinem Buch als eine 7 Schritte Entwicklung. Im ersten Schritt starten Gesellschaften und Staaten mit guten finanziellen Grundlagen welche durch Gold oder Silber gesichert und gestützt werden. Im zweiten Schritt entwickeln sich die Staaten ökonomisch und sozial und öffnen daher die Tore für mehr soziale und staatliche Projekte, welche vom Staat finanziert werden. Schritt 3 dann ist der Aufbau eines größeren Militärs um weitere ökonomische Interessen zu wahren. Im Schritt 4 dann kommt das Militär zum Einsatz und die Kosten dafür explodieren. Dann Schritt 5: Der Staat fängt an die Währung des Landes zu destabilisieren um Kriege und soziale Projekte zu finanzieren. Jetzt kommt der spannendste Schritt. Im 6.Schritt fällt der Wert der Währung und die Schere zwischen Arm und Reich klafft weiter auf, worunter die Mittelschicht immens leidet. Wer arm ist, bleibt arm, wer reich ist wird noch reicher und wer im Mittelstand ist, muss sich entscheiden ob er zu dem Lager der Reichen oder der Armen wechselt, in dem er lernt den Kollaps für sich zu nutzen. Im Schritt 7 dann, dem letzten Schritt, wechselt das Vermögen die Schichten. Daraufhin geht es dem Staat wieder gut und Schritt 1 beginnt von vorne.

Oder um es mit den Worten des großen Ghandi zu sagen: „Die Geschichte lehrt den Menschen, dass die Geschichte die Menschen nichts lehrt.“

Ohje, das klingt nach schlechten Zeiten. Denn Scheinbar können wir uns derzeit in dem Schritt 6 wiederfinden. Aus marketingtechnischen Gründen wäre es sinnvoll zu sagen, dass wir bereits in der Krise sind. Dabei sind wir noch nicht einmal ansatzweise darin. Wir fangen erst gerade an. Wenn der Hamster diese Dinge hört, wird ihm Angst und Bange.

Was wird mit unserem Geld passieren? Wie wird sich die Wirtschaft verändern und entwickeln? Werden wir noch frei leben können?

Doch Geschichte formt Meinungen und an Meinungen mangelt es dem Hamster nicht. Die Frage bleibt eher wie wir uns im Zuge dieser Veränderungen in der Geschichte verhalten haben und wie sich heute noch der Hamster im Hamsterrad verhält? Vielleicht können wir ja vergangene Verhaltensmuster des Hamsters analysieren und auf unser heutiges Verhalten mit Geld zurückführen?

Die meisten Menschen verhalten sich wie Hamster in einem System, dass sich regelmäßig im Verlauf unserer Geschichte verändert. Sie buckeln, lassen sich knechten und schuften bis zum Umfallen, bis sie eines Tages merken, dass das wofür sie arbeiteten gar keinen wahren Wert hat. So strampelt der Mensch wie ein Hamster im Hamsterrad, ohne zu merken, was eigentlich passiert – ohne zu merken, dass seine Freiheit bedroht wird.

Obwohl die Sklaverei spätestens seit dem 18. Jahrhundert abgeschafft wurde, versteht sich der Mensch immer noch darin andere Menschen zu versklaven und zu knechten. Erst war es die Sklaverei der Antike. Wir buckelten die schweren Steine auf die Pyramiden, bekamen Essen und wurden ausgepeitscht. Den Herrenmenschen hingegen ging es gut.

Einige Jahrhunderte später im Mittelalter hieß das Konzept der Sklaverei dann Frondienst. Das Konzept war aber im Grunde genommen das Gleiche. Jetzt wurde man eben nicht mehr nur mit der Peitsche bestraft. Wer nicht artig im System schuftete, auf den wartete die Hölle und das Fegefeuer. »Die Seele wird für alle Ewigkeit brennen«, versprach die Kirche. 500 Jahre lang haben wir Menschen diesen Unfug geglaubt. Heute sind wir älter aber nicht wirklich klüger.

Der Frondienst wurde abgeschafft. Heute heißt der ehemalige Frondienst stattdessen nun Schuldendienst. Das Abtragen von Konsum- und Kreditschulden. Wer da nicht brav mitmacht wird sozial geächtet, weil man nicht den neusten Wagen, das schönste Haus oder nicht genug Follower hat. Die Masse lässt sich nur allzu gern versklaven.

Dem Hamster wird erklärt, dass er brav die Haltestellen des Lebens abklappern soll. Ihm wird gesagt: “Geh zur Schule, sei fleißig hole dir einen guten Job mit guten Sicherheiten, kauf dir ein Haus und verschulde dich. Dann wenn du alt bist, darfst du in die Kiste springen.” Super!

So ähnelt, das Hamsterrad der modernen Form der Knechtschaft. Eine Zelle die so wunderschön mit Karomustern ausgeschmückt ist, dass der Hamster nicht erkennt, dass er gar nicht frei leben kann. Oder sehen Sie etwa einen Unterschied zwischen dem rechten und dem linken Bild?

Der brave Hamster hat gelernt, wofür es sich zu leben lohnt. Der Hamster hat dies von Kind auf an gelernt. Er hat gelernt wie das System funktioniert und wie er zu funktionieren hat in der Gesellschaft. Mit Freiheit hat das zwar nichts zu tun, aber das ist auch nicht wichtig. Hauptsache er lebt brav, so wie er leben soll.

Jetzt muss der Hamster die Stationen des Lebens durchleben. Ich nenne diese auch gerne Hamsterfallen oder Haltestellen. Denn das sind sie. Wir warten an diesen Haltestellen auf den Zug der Freiheit. Doch jedes Mal wenn eine Chance vorbeizieht und wir aufspringen könnten, zieht uns das Abklappern der Haltestellen zurück in die Illusionen von Sicherheiten.

Sehen Sie sich die Etappen des Lebens an. Den Großteil unserer Zeit verbringen wir in der Arbeit. 40 Jahre im Schnitt – Tendenz steigend. Die Tendenz unserer arbeitsfreien Zeit in der Rente hingegen sinkt rapide. In diesen Etappen tauschen wir unsere Lebenszeit. Wir befinden uns im permanenten Tauschgeschäft. Ob uns das gefällt oder nicht.

Wir tauschen unsere Lebenszeit gegen eine Arbeit ein, in der wir entweder wahre Ergebnisse für unsere Gesellschaft produzieren oder nur so auf dem Bürostuhl dahinvegetieren. Wir tauschen unsere Zeit für eine Arbeit ein, in der wir Geld verdienen. Mit diesem Geld verdienen wir unseren Lebensunterhalt, unsere Häuser, unsere Wohnung, Autos, Urlaub, Kleidung, Nahrungsmittel und Spielsachen. Diese Lebenserhaltungskosten benötigen unser Geld und ermöglichen uns am nächsten Tag wieder zur Arbeit zu fahren. Der Kreislauf beginnt von vorne. Ein Kreislauf der nicht als der Kreislauf des Lebens aus König der Löwen, sondern als das Hamsterrad bekannt ist.

In diesem Hamsterrad strampeln die meisten Menschen als braver Hamster, ohne jemals zu bemerken, dass sie sich nicht nach vorne bewegen. Doch Vorsicht! Nicht alle Hamster sind gleich – auch wenn bestimmte politische Strömungen erklären, dass der Mensch gleich sei. Schauen wir uns einmal die Hamster im Hamsterrad genauer an. Ich nenne dies auch gerne das Hamsterquartett.

In diesem Hamsterquartett leben vier verschiedene Hamster. Der erste Hamster ist der Happy Hamster. Der Happy Hamster weiß entweder gar nicht, dass er sich in einem Hamsterrad befindet, oder er hat dieses Hamsterrad als einen Segen identifiziert, in dem er Fressen, ein Dach über dem Kopf und andere Lebensbegünstigenden Gegenstände und Momente erhält. Der Happy Hamster liebt seinen Urlaub in der Türkei, auf Mallorca oder in Italien, seine 2,4 Kinder, 1,3 Katzen, 1,2 Hunde, seine Doppelhaushälfte und die Routine seines Lebens. Er ist zwar oft nicht ganz zufrieden mit seiner Arbeit, aber damit hat er sich abgefunden. Er akzeptiert das System so wie es ist und arbeitet brav und anständig von morgens 08:30 Uhr bis 17:00 Uhr. Der Hamster möchte am liebsten, dass alles so bleibt wie es ist. Er möchte weiterhin seine zwei bis drei Zimmer Wohnung haben oder in seiner Doppelhaushälfte bis zu seinem Todestag wohnen. Diese hat er sich schließlich über Jahre hin finanziert. Er nennt daher sein Eigenheim auch seine Altersvorsorge und ist davon überzeugt, dass sein Eigenheim ein Vermögenswert ist. Hamster waren zu Schulzeiten gute Schüler die immer fleißig ihre Hausaufgaben gemacht haben. Noch heute erledigen sie alles nach Vorschrift, damit der Lehrer, Chef und seine Liebsten zufrieden sind. Am liebsten möchte der Happy Hamster, dass alle Menschen glücklich sind.

Gegenüber des Happy Hamsters existiert auch eine andere Form von Hamster, der ebenfalls im System das Hamsterrad hinaufläuft, ohne sich von der Stelle zu bewegen. Auf der anderen Seite lebt der Angry Hamster. Der Angry Hamster weiß genauso wenig wie der Happy Hamster, dass er im Hamsterrad lebt. Einige von Ihnen ahnen es. Doch der Angry Hamster hat sich damit abgefunden und nutzt lieber seine Zeit damit über das Hamsterrad zu klagen und sich über alle die Benachteiligungen seines Lebens zu beschweren. Für den Angry Hamster sind immer alle anderen Schuld. Niemals würde der Angry Hamster auf die Idee kommen, dass er Schuld sei oder er seine Lage und sein Leben verbessern könnte. Für den Angry Hamster sind es grundsätzlich immer die anderen. So kommt es, dass der Angry Hamster alle anderen Hamster verflucht und aufzeigt, wie wenig diese für ihn und seine Freiheit tun. Der Angry Hamster liebt es wütend zu sein und sich laut über die Probleme zu beschweren. Die Probleme kennt der Angry Hamster alle auswendig. Lösungen hingegen sind ihm fremd. Kennen Sie solche Angry Hamster nicht auch?

Oberhalb des Angry Hamsters lebt der Boss Hamster. Der Boss Hamster hat schon längst spitz gekriegt, dass er im Hamsterrad lebt. Dieses Hamsterrad ist für ihn unerträglich. Deshalb möchte der Boss Hamster das Hamsterrad so schnell es geht verlassen. Seine Medizin dafür lautet: Erfolg. Der Boss Hamster denkt, dass er mit genügend finanziellen Mitteln das Hamsterrad verlassen und der Sinnlosigkeit der permanente Arbeit entfliehen kann. Also gründen Boss Hamster oft Unternehmen oder versuchen an der Börse reich zu werden. Boss Hamster wollen die besten und schönsten Dinge besitzen, damit sie bei anderen Hamstern Eindruck schinden können. Der Boss Hamster leidet in einer Welt, in der Schein und Sein wichtiger sind als Sinn und Freiheit. Wenn diese Vorhaben nicht gelingen und der Boss Hamster nicht erfolgreich wird, rutscht der Boss Hamster eine Ebene ab und wird zum Angry Hamster. Wenn das der Fall ist verliert der Boss Hamster seinen Elan und seinen Mut. Kennen Sie vielleicht sogar solche Boss Hamster in Ihrem Leben? Raten Sie einmal welche Kleidung der Boss Hamster trägt? Sie entspricht seinem Namen.

Gegenüber des Boss Hamsters existiert der Genosse Hamster. Der Genosse Hamster weiß genauso wie der Boss Hamster, dass er in einem Hamsterrad lebt. Grundsätzlich findet der Genosse Hamster Hamsterräder nicht schlecht, doch dieses kapitalistische Hamsterrad stinkt dem Genossen Hamster sehr. Deshalb verurteilt der Genossen Hamster den Boss Hamster und verkündet, dass der kapitalistische Boss Hamster das Hamsterrad erschaffen hätte und es nähren würde. Der Genosse Hamster hofft daher, dass der Happy Hamster dem Genossen Hamster seine Stimme gibt, um den Boss Hamster aus dem Hamsterrad auszusperren, ihm seinen Besitz und Erfolg zu nehmen, um sich diesen zu eigen zu machen. Seine Mittel dazu sind die Enteignung, Reichensteuer und die Illusion. Der Genosse Hamster möchte ein neues und ganz eigenes Hamsterrad erschaffen, in dem alle Hamster leben und geknechtet werden müssen.

Ja das Hamsterrad ist ein paradoxer Haufen von Meinungen, eigenen Interessen und Sinnlosigkeiten, mit denen das eigene Leben vergeudet wird. Es ist eine Art Abklatsch eines guten Lebens, dass nach äußeren Umständen strebt, um das eigene Leben lebenswerter zu machen und bei anderen Hamstern Anklang zu finden. Die Wege dabei sind mannigfaltig. Die Gründe aber im Endeffekt dieselben.

Wer das Hamsterrad verlassen will, fühlt sich am Anfang so bisschen wie dieser Freund hier. Man hat Kenntnisse, Kompetenz und Wünsche im Handgepäck, weiß aber nicht so genau was man da eigentlich macht und wie man aus dem Hamsterrad rausbricht.

Wer das Hamsterrad verlassen will, muss die Sinnlosigkeit und das Gefühl der Ohnmacht loswerden und mit seinem Leben mehr anstellen, als einfach nur durch die Haltestellen des Lebens zu jagen. Man muss gegen das Hamsterrad rebellieren.

Diese Rebellion hat allerdings nichts mit Hahnenkamp tragenden Punks, Greta oder neumodernen Demos zu tun.

Stattdessen zielt diese Rebellion gegen die 4 Formen der Knechtschaft, die Sie unterjochen sollen.

Die erste Knechtschaft ist die Knechtschaft des Kapitals. Die Art der Knechtschaft die uns jeden Tag zu einer Arbeit zwingt, ob wir diese nun lieben oder hassen spielt für die Knechtschaft des Kapitals keine Rolle. Das Prinzip ist einfach. Ohne Moos nichts los. Die zweite Knechtschaft ist die Knechtschaft des Konsum. Diese Knechtschaft ist die Art der Sklaverei in der wir immer mehr Dinge kaufe, obwohl wir tief in uns spüren, dass mehr uns nicht glücklicher macht. Dennoch wollen wir mithalten und kaufen uns das Leben daher schwer. Diese Knechtschaft wird schnell zu einer Art Sucht. Drittens dann die Knechtschaft Ihrer Zeit – die einzige Ressource die wir wirklich besitzen und endlich ist. Diese Knechtschaft ist besonders schlimm, denn obwohl viele zu glauben wissen, dass das Leben einmal endet, wird die Lebenszeit wie ein Abfallprodukt von ihnen verwendet und für unnötigen Unfug vergeudet. Zu guter Letzt dann die Knechtschaft des Geistes. Ein rebellierender Geist, ist ein freier Geist und leider sind die meisten Dinge, Gedanken, Glaubenssätze oder Meinungen selbstauferlegt und verdonnern uns dazu, ein Leben weit unterhalb unserer Möglichkeiten zu leben.

Wer das Hamsterrad verlassen will, muss gegen diese 4 Arten der Knechtschaft rebellieren und Wege finden diese zu verlassen. Genau darum soll es heute in diesem (Beitrag, Sachvortrag) gehen. Schauen wir uns daher einmal diese 4 Arten der Knechtschaft etwas genauer an, um zu verstehen wie der Hamster überhaupt ins Hamsterrad kam, dort versklavt wurde und sehr wahrscheinlich auch dort den Großteil seines Lebens verharren wird – und natürlich auch schlussendlich wie der Hamster da heraus kommt, um zum Rebellen zu werden.

Machen wir wieder einen Sprung zurück in die Vergangenheit. Wir schreiben das Jahr 1893. In diesem Jahr wurden die ersten Grundzüge für unser heutiges Bildungssystem gelegt. Seither hat es einige Reformen gegeben. Eine maßgebliche davon im Jahre 1937. Doch im Grunde genommen ist das Bildungssystem, dass wir heute noch besitzen das Gleiche wie vor 150 Jahren. Lehrpläne und inhaltliche Vorgaben kommen vom Staat. Kinder lernen bis zum Abschluss, dass was sie lernen sollen – nicht aber das was sie lernen müssten. Wir lernen in unseren Schulen alles mögliche. Von Mathe über Pädagogik, Philosophie, Französisch und Latein ist da alles vertreten. Das sind teilweise auch sehr wichtige Fächer. Doch wie viel bringen diese Fächer uns für das Leben nach der Schule? Bereitet die Schule den jungen Menschen wirklich für das Leben nach der Schulbank vor?

Schauen wir uns Deutschland an. Empirische Erhebungen deuten darauf hin, dass mittlerweile 52,8 % aller Schüler das Abitur machen. Richtig gut! Doch wäre da nicht das Problem, dass der Wert des Abiturs mittlerweile stark sinkt. Die Anforderungen wurden heruntergeschraubt, damit auch weniger fleißige oder intelligente Kinder nicht den Weg verbaut bekommen. Das klingt ja erstmal sehr sozial, wäre da nicht die gleichzeitige Degradierung all jener Kinder die fleißig und intelligent lernen und in der Schule arbeiten. Das Ergebnis ist, dass die Anforderungen zum Antritt in akademische Laufbahnen leichter geworden sind, als jemals zu vor. 47,9 % aller Schüler mit einem höheren Abschluss gehen heute studieren. Ich habe auch studiert und meinen Master in Betriebswirtschaft abgeschlossen und sah oft genug, dass einige junge Menschen an anderer Stelle als in der Uni viel besser aufgehoben gewesen wären. So wurde das Masterstudium zu einer Herausforderungen, nachdem der Bachelor eigentlich nur noch ein Absitzen und Auswendiglernen war. Mit akademischen Leistungen hatte das wenig zu tun. Summa summarum ist heute der Bachelor weniger wert, als jemals zuvor.

Unsere Schulischen Leistungen beziehen sich dabei auf drei große Themenbereiche. Wir lernen akademisch. Mathe, Physik, Bio, Französisch, Englisch, Geschichte und Geografie. Der Sinn ist es dem Schüler beizubringen wie er akademisch arbeiten kann. Wir nennen das auch die Vermittlung einer akademischen Intelligenz. Nebenbei soll der Schüler eine emotionale Intelligenz erhalten, wenn diese nicht schon längst von zu Hause mitgegeben worden ist. Hier sind Themen wie Empathie, Teamfähigkeit, soziale Kompetenz und andere wichtig. Doch neben diesen beiden Formen gibt es auch noch die sogenannte Finanzielle Intelligenz – die Fähigkeit intelligent mit Geld, also unseren Ressourcen, umzugehen, so dass sie sich vermehren und wir davon einen gesellschaftlichen Sinn stiften können, etwas aufbauen und unseren Lebensunterhalt bestreiten können. Diese dritte Art der Intelligenz – die Finanzielle Intelligenz – wird an der Schule nicht gelehrt. Leider.

Zu diesem Thema habe ich einmal ein Buch geschrieben mit dem Titel Finanzielle Intelligenz – Was Sie in der Schule hätten lernen sollen, welches 2017 im FBV Verlag herauskam. Mehr dazu in diesem Buch. 

In der Schule werden wir zum Hamster trainiert, damit wir die Haltestellen des Lebens ablaufen, um zu einem braven Steuerzahler zu werden. Dabei haben wir gewisse Regeln beigebracht bekommen. Unausgesprochene Regeln, die die wenigstens daher jemals hinterfragt haben oder hinterfragen werden. Dazu gehören: „Spare in der Zeit – dann hast du in der Not“. „Dein Eigenheim ist ein Vermögenswert.“ Oder wir haben die leeren Worthülsen unserer Eltern aufgeschnappt, als wir als Kind über Geld etwas lernen oder etwas kaufen wollten. „Bin ich Rockefeller“ oder „ich bin straßenärmster – geh arbeiten und verdiene dein eigenes Geld“, waren Dinge die wir wohlmöglich hörten.

Wir haben also unser Wissen über Geld vor allem durch unsere Vorbilder erhalten. Unsere Eltern, unsere Lehrer oder Eltern von Freunden. Diese hatten dieses Wissen wiederum entweder durch Ihre Eltern, oder durch Erfahrung gewonnen. Das diese Erfahrungen nicht unbedingt unsere eigenen sein mussten, spielte dabei keine Rolle. Wir haben in den letzten 150 Jahren Wissen weitergegeben bekommen, welches zu einer völlig anderen Zeit Bestand hatte.

Zu Zeiten der Industrialisierung, einer Hochphase, war tatsächlich das Eigenheim ein Wert, Geld musste gespart und investiert werden und die Regeln mit dem Umgang mit den eigenen Ressourcen, dem eigenen Geld, waren andere als es heute der Fall war. Heute, fast 200 Jahre später, haben sich die Regeln jedoch mehrfach verändert.

Im Zeitalter der Digitalisierung haben wir bereits ganz neue Regeln im Umgang mit Geld geschaffen. Dennoch lernen wir immer noch den Umgang mit Geld nach den alten Regeln. Die Zeiten haben sich geändert und unser Kapital und die damit verbundenen Regeln haben sich mit geändert.

Stellen Sie sich das wie bei Monopoly vor. Sie spielen das neue Spiel nach alten Regeln und plötzlich heißt es: „gehe zurück aufs erste Feld und zahle der Bank 50% deines Vermögens.“

Wie können wir glauben, dass wir wüssten wie man mit Geld so umgeht, so dass wir eines Tages finanziell erfolgreich sein werden, wenn wir es nie gelernt haben?

Es ist noch schlimmer. Statt zu lernen, was wir lernen sollten, lernen wir die Dinge die uns nicht weiterhelfen und uns stattdessen bremsen. Wenn der Erschaffer eines Hamsterrads seine Hamster bremsen will, muss er dafür sorgen, dass sie sich selbst bremsen wollen. Das tut man am besten mit der Manipulation von Glaubenssätzen. Diese Glaubenssätze entstehen durch die finstersten und kuriosesten Geschichten und widerwertigsten Beeinflussungen unserer Gesellschaft und Kultur. Selten entstehen sie durch Referenzerfahrungen.

Ich gebe Ihnen ein Beispiel: Das epochale Drama namens Titanic. Eigentlich ein ganz netter Film. Die Geschichte des jungen Mannes, der obwohl er arm ist, sich an Bord des gigantischen Schiffes schmuggeln kann um dort die reiche Kate kennenzulernen, ist weltberühmt. Der arme Junge und das reiche Mädchen. Eine Liebesgeschichte bei denen kaum ein Äugelein trocken bleibt. In der Liebesgeschichte werden die beiden Hauptdarsteller auf eine seltsame Weise dargestellt. Sie, die gut erzogene unschuldige junge Frau aus reichem Haushalt, die in einer versnoppten Welt ihr Dasein fristet und er, der freche Held, der den Widrigkeiten der Armut trotzen muss. Seine Welt wird als lustig und fröhlich dargestellt. Man tanzt unter Deck mit dem Personal und lacht ausgiebig. Geld für teure Ballsäle und Partys gibt es nicht. Man hat zwar kein Geld, dafür aber einander. Der Film zeigt eine Welt ohne Kapital, die hingegen reich an Liebe und Freundschaft ist. Die Welt der Reichen und Mächtigen hingegen kennt diese Liebe und Freundschaft nicht. Sie wird als kalt und trist dargestellt. Niemand lacht wirklich, weil man lachen will. Alles ist irgendwie scheinheilig und furchtbar steif. Die Ballsäle sind riesig, der Champagner sprudelt und alles wird im Schein der Perfektion präsentiert. Wer das ohne ein kritisches Auge sieht, bekommt sofort beigebracht was reich und arm bedeutet. Die Nachricht ist klar: »Sei arm und habe Freunde und Liebe oder sei reich und ein Arschloch!«

Eine meiner Lieblingsgeschichten als Kind war die Geschichte vom tapferen Ritter aus Sherwood Forest. Robin Hood. Sie ist noch so eine Geschichte, die uns erklärt, dass reich sein etwas Schlimmes sei. Der arme Ritter ist tapfer und edel. Er nimmt den reichen, versnobten und gierigen Adligen ihr Geld weg und gibt es den armen, bedürftigen und herzlichen Menschen. Wieder einmal sind die Reichen die Bösen.

Die Liste der Spielfilme und Bücher in denen das Böse durch einen Kapitalisten dargestellt wird, ist sehr lang. Wie oft alleine ist Lucifer, Mephistopheles, der Teufel höchstpersönlich in modernen Geschichten ein Geschäftsmann im Anzug?

Wir fassen also zusammen, dass dem Hamster früh beigebracht wird, das Geld und Kapital etwas schlechtes und böses ist, er aber nach der Schule genau dafür arbeiten soll und muss. Was für ein Paradoxon.

Und was tun Hamster mit diesem Geld? Sie geben es für unsinnige Dinge aus. Für Glanz, Ruhm und Status.

Sie geben es für Dinge aus, die im Wert fallen und das Kapital verringern. Sie erklären sich die Käufe durch die eigensinnigsten Begründungen wie: „Das habe ich mir gegönnt.“ Wie wäre es, wenn wir uns statt dem Bullshit mal etwas mehr Freiheit gönnen?

Hamster geben ihr Geld für Verbindlichkeiten aus. Also solchen Dingen die das Kapital schmälern, im Wert nicht steigen und stattdessen das Vermögen verringern. Darin sind Hamster richtig gut.

Vor allem Happy Hamster und Boss Hamster, haben das voll drauf. Doch manchmal glauben auch Hamster, dass Sie Ihr Geld klug investieren. Zum Beispiel schicken Sie Ihre Kinder auf teure Schulen oder teure Universitäten. Bildung ist ja ein Investment oder?

Schauen wir uns also doch einmal diesen Glaubenssatz der Hamster an. Ich habe auch einmal studiert. Auch Privat Uni. Gott weiß, ich hatte da eine gute Idee. Das Studium war gut und dennoch sau teuer. Wenn ich das Investment Universität gegenüber stelle, fällt mir auf, dass ich nach 5 Jahren Bachelor und Master in Mindestzeit 112.400 Euro ausgegeben habe. Dazu gehörte das Studium, Miete, Stromkosten, Lebensmittel und Versicherungen. Vergleiche ich diese Ausgaben mit den prognostizierten Einnahmen nach dem Studium, rechne ich mit einem Einstiegsgehalt von 47.500 Euro oder 3958,33 brutto pro Monat. Nachdem dann der Fiskus für marode Brücken mir Geld abnimmt, bleiben noch ca. 2252,13 Euro netto übrig. Bei bleibenden Kosten und einer maximalen Rate des Geizes könnte ich 7300,00 Euro jedes Jahr sparen. Das bedeutet, dass ich in 14,5 Jahren wieder rentabel wäre und das Investment einen Return auf mein Investment (kurz ROI) nach 14,5 Jahren bezahlt. Hallo?

Was für ein Wahnsinn hatte mich denn da geritten? Grundsätzlich ist die Uni nichts verkehrtes. Im Gegenteil sogar. Doch das dieses Investment nochmal einen positiven Return zeigt – von dem Gedanken habe ich mich schon lange verabschiedet. Ja, auch ich war einmal ein Hamster.

Hamster sind im Umgang mit ihrem Geld nicht sehr intelligent. Es würde helfen zu verstehen, welche Einkommensarten es gibt, um von dem Trip runter zu kommen, dass man immer nur seine Zeit für Geld eintauschen muss. Wir wissen nun dass dieser Glaubenssatz im Hamsterrad bekannt ist, jedoch völlig Sinnfrei ist. Denn sobald die Energie den Körper verlässt um im höheren Alter zu arbeiten, verschwindet die Fähigkeit Geld zu verdienen. Dann hofft der Hamster auch die Rente, durch den Staat. Doch diese Rente ist schon bald in Zeiten von niedrig- oder Minus-Zinsen nur noch eine Illusion.

Der Hamster wird also verstehen müssen, dass es mehrere Einkunftsarten gibt, als nur die für seine Arbeit bezahlt zu werden. Schauen wir uns das genauer an. Die erste Form des Einkommens ist die Form, welche die meisten Menschen beziehen. Das sogenannte Aktive Einkommen – die Art von Einkommen die auf Grund der eigenen Arbeitskraft bezahlt wird. Steuerlich spricht man auch von Einkünften aus nichtselbstständiger Arbeit. Ein Blick in unser Steuergesetz hilft hier Wunder. Doch wir haben ja bereits gelernt, dass wir mehr als nur ein aktives Einkommen beziehen müssen um finanziell das Hamsterrad zu verlassen.

Neben dem aktiven Einkommen gibt es noch das Passive Einkommen, jenes Geld welches Sie verdienen auf Grund dessen, dass Sie Vermögenswerte wie Unternehmen oder Immobilien besitzen. Wir sprechen hier auch von den sogenannten Einkünften aus Gewerbebetrieben, also Unternehmen, Einkünften aus selbstständiger Arbeit, wie Tätigkeiten als Steuerberater, Arzt, Anwalt oder Architekt und Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung, beispielsweise aus Wohnungsvermietungen. Nur weil Sie diese Vermögenswerte besitzen, erhalten Sie ein passives Einkommen. Vorausgesetzt diese Vermögenswerte zahlen Ihnen einen monatlichen Cashflow. Das Einkommen, dass Sie passiv verdienen wird auch Cashflow oder Residual Income genannt. Das Geld fließt passiv in Form von Erträgen Ihnen zu. Ein solcher Cashflow kann ebenfalls durch beispielsweise Aktien erzielt werden. In diesem Fall sprechen wir dann von der Dividende der Aktie. Diese Einkommen fällt unter die dritte Kategorie der Einkommen. Dem Portfolio Einkommen. Es wird zwar fachlich gestritten ob Einkünfte aus Kapitalvermögen nicht auch passiv sind – doch für den Hamster spielt nur eines eine Rolle – Der monatliche Cashflow. Durch Einkünfte aus Kapitalvermögen bspw. Aktien, Bonds, Zero-Bonds, Anleihen und Fonds kann der Investor nicht nur steuerliche Vorteile erlangen, sondern auch ein Einkommen beziehen, dass nicht seine aktive Arbeit benötigt.

Der Hamster könnte also sein Aktives Einkommen dafür verwenden, um durch kluge Investitionen ein passives Einkommen zu generieren. Ein Teil seines passiven Einkommens würde für dann für die Kosten herhalten. Der Rest würde ihn finanziell frei machen.

Wer ist also reicher? Der Rebell, der vielleicht weniger verdient, aber auf seine Arbeit verzichten könnte, weil sein passives Einkommen sein Leben finanzieren könnte – oder ist der Hamster reicher, der zwar mehr verdient und auch ein größeren monatlichen Überschuss hat, aber sein Leben nur bestreiten kann, wenn er dafür jeden Tag arbeitet und auf die zukünftige Rente hofft? Ich bitte die Zahlen hier nur als Beispiele zu sehen. Ganz offensichtlich ist der Rebell reicher, denn er kann frei über sein Leben bestimmen, weil er die Knechtschaft des Kapitals verlassen hat.

In der Theorie klingt das ja super! Und die Praxis?

Der Unternehmer und Gründer von Ford Motors, Henry Ford, soll gesagt haben: „Denken ist die schwerste Arbeit die es gibt. Das ist wahrscheinlich auch der Grund, warum sich so wenige Leute damit beschäftigen.“

Das Problem aber beim Denken ist, dass oft unsere Emotionen mit hineinspielen und wir Entscheidungen treffen die mit Vernunft und Verstand wenig zu tun haben.

Und das führt uns oft in die Knechtschaft des Konsums. Willkommen in der Sklaverei des Konsums, in welcher wir Dinge kaufen die wir nicht brauchen, um Menschen zu gefallen die wir nicht mögen und denen wir auch absolut egal sind. Willkommen in einer Sklaverei in der wir Lebenszeit und Lebensqualität für Geld eintauschen um Kosten zu decken, damit wir weiter leben können.

Jene die diesem Hamsterrad entrinnen können und zu mehr Geld kommen, glauben jetzt frei leben zu dürfen. Was erklärt wurde, haben jene Boss Hamster erreicht. Sie haben passive Einkommensströme erlangt, können mehr als nur ihre Kosten denken und gönnen sich daher prompt die besten Annehmlichkeiten auf Grund ihrer neuen Einkünfte. Mehr Geld führt ja scheinbar zu mehr Möglichkeiten Konsum zu ermöglichen.

Alles wird jetzt etwas anspruchsvoller: Louis Vuitton statt Deichmann, Gucci statt H&M und Maserati statt Skoda. Die Knechtschaft ist die jedoch Gleiche. Sie trägt jetzt nur einen Mantel aus Kaschmire. Für das ganze Geld muss jetzt die eigene Lebenszeit herhalten. Denn ohne den Einsatz der Lebenszeit mit dem der ganze Zirkus finanziert werden muss, kann die Kreditkarte nicht glühen. Es ist die Falle des Hamsterrads, in dem der Hamster rennt und rennt, sich aber nie wirklich fortbewegt.

Darauf wird der Hamster täglich durch Medien, Werbungen, Social Media und co trainiert, damit er fleißig und immer wieder neue Dinge zu angeblich guten Preisen kauft. Denn nur wer regelmäßig trainiert, dessen Muskeln wachsen.

Der durchschnittshaushalt besitzt in Deutschland ca. 10.000 Gegenstände – andere kommen auf über 100.000 Gegenstände pro Familienhaushalt. Vor 150 Jahren kamen sie mit ca 300 Gegenständen aus. Wir kaufen Dinge nicht weil wir sie brauchen, sondern weil wir sie gerne aus emotionalen Gründen hätten. Und wenn wir dann diese Dinge gekauft haben, haben wir Probleme damit diese auch wieder zu entsorgen oder loszuwerden. Schließlich hatten wir sie mit dem Geld gekauft, für das unsere Lebenszeit hinhalten musste. Würden wir die Dinge also wegschmeißen, würden wir uns zugestehen, dass wir Lebenszeit vergeudet hätten. Doch Besitz kostet uns immer noch etwas – nämlich Verwaltungskosten.

Noch vor ein paar Monaten habe ich das wieder gelernt, als ich die knapp 800 Bücher in meinem Bücherregal sortieren musste. Das Regal platzte aus allen Nähten und ich wusste nicht mehr wohin mit den neuen Büchern. Wie sollte ich 800 Bücher verwalten? Ich dachte über ein Archiv nach und ob ich ein System per Excel Tabelle schreiben könnte. Ich hatte die fantastischsten Ideen das ganze System besser verwalten zu können. Eine ganze Stunde verbrachte ich mit dem sinnieren neuer Ideen und Möglichkeiten. Dann wurde es mir zu viel. Kurz daraufhin habe ich alle Bücher in Kartons verstaut und die Kartons samt Inhalt verkauft oder verschenkt. Zum Schluss habe ich dann auch gleich das leere Regal verkauft. Das Bücherregal war zum Friedhof des Wissens und meiner Freiheit geworden. Die allerwenigstens der Exemplare würde ich nochmals lesen. Ein großen Teil der tollen Bücher würde ich sogar nie wieder anfassen. Wohin also mit all der Verwaltung, wenn nicht weg? Ich hatte die Exemplare schließlich bereits gelesen und in anderen Händen wären sie besser zu gebrauchen. Jemand anderes könnte sie lesen und lernen, was ich lernen durfte. Jeden Tag staubten die Bücher so in meiner kleinen eigenen Bibliothek ein. Neben der Verwaltung nahmen die Bücher einen Raum meiner Wohnung ein, den ich nicht nutzen konnte, aber dennoch bezahlen musste. Obendrein zahlte ich jeden Tag die Opportunitätskosten für all die Verwaltung und den Stauraum der Bücher. Zur Hölle also mit dieser Verschwendung und Verwaltung!

Haben Sie sich schon einmal darüber Gedanken gemacht, dass all die Dinge und Prozesse in unserem Leben verwaltet werden müssen? Noch vor einhundert Jahren war die Tätigkeit des Verwalters ein ehrenwerter Beruf. Heute, in Zeiten des Überfluss von einfach allem, liegt im Verwalten keine Ehre, geschweige denn Freiheit. Die Freiheit wurde nämlich in der Verwaltung der Berge an Akten, Dingen und Prozessen begraben. Wir sind vor allem Sammler geworden, während der Jäger in uns so langsam einschläft. Chancen und Herausforderungen zu jagen wäre so viel leichter und lebenswerter. Doch am Ende entscheiden wir uns dann doch wieder dafür neue Dinge zu kaufen, in der Hoffnung, dass diese uns glücklich machen. Wir sammeln. So erstickt die Freiheit in all dem was wir verwalten müssen und landet danach schnurstracks auf dem Friedhof.

Als mir dies bewusst wurde, sortierte ich nicht nur die Bücher in meinem Leben aus. Mein Kleiderschrank war der nächste Gegner. Ich schmiss alle alten oder meist ungetragenen Kleidungsstücke weg. Ich trug doch sowieso meist das gleiche Outfit. Ich vereinfachte das ganze Anziehen, Ausziehen und Kleidungsstückewählen radikal. Bereits morgens um 05:30 Uhr zu entscheiden, ob der blaue Pullover zu der braunen Hose passt, bringt mich um den Verstand. Bei solchen Entscheidungen kriege ich den Kollaps. Ich frage mich wie Frauen das täglich aushalten können. Immer das richtige Outfit mit den passenden Schuhen und Farben zu wählen ist doch die pure Folter! Zusätzlich will man auch immer noch auf dem neusten modischen Trend verharren. Dafür liest man Zeitungen, Zeitschriften und schaut sich Stundenweise Material auf den Video Blogs an. Wenn das nicht von ganzem Herzen glücklich macht – warum tut man es dann?

Doch hier sollte ich nicht aufhören. Ich hatte unter anderem die letzten Jahre damit verbracht einige exquisite Schallplatten zu sammeln und immer wieder gerne zu hören. Doch so richtig hängen tat ich nur an einer Handvoll von ihnen. Ich bin also zum nächsten Plattenladen, habe dort alle restlichen Platten verkauft und bin danach glücklich heim. Die Freude den Ballast loszuwerden, glich einer Befreiung. Den Schrank, indem die Platten standen, habe ich auf dem nächsten Sperrmüll mit dazugestellt. Bevor er von der Müllabfuhr abgeholt wurde, war er weg. Jetzt ist er Ballast in einem anderen Zuhause.

Ich lasse diese Dinge los. Völlig egal was es kostet. Festhalten ist wesentlich teurer. James Hong von der New York Times beschrieb es für sich so: »Ich bin froh, dass ich keinen Porsche Boxter fahre, denn wer einen Boxter fährt, will einen 911er fahren und Menschen die einen 911er fahren, wollen einen Ferrari.« Jetzt fährt er einen Toyota und ist glücklich.

Im Urlaub handhabe ich das Prinzip ähnlich. Ich fliege immer ohne Hab und Gut in die Ferien. Alles was ich brauche trage ich am Körper. Meist sind es Sachen, die ich im Urlaub dann entsorge. Im Urlaub selbst kaufe ich mir neue Dinge, wie kurze Hosen, ein paar Badeshorts und etwas für den Abend. Ich sehe im Urlaub oft ganz furchtbar aus. Am Ende der Zeit schmeiße ich dann alle Klamotten wieder weg oder gebe sie an die Obdachlosen auf der Straße weiter. Die freuen sich immer riesig über das eine oder andere neue Stück. Sie freuen sich mehr, als ich es tue, wenn ich die Dinge behalten würde. Auch ich darf mich freuen, denn ich bin all die Verwaltung des Ballast meines Lebens losgeworden. Auch das ist irgendwie eine Form des Glücks. Ein echter Glücksmoment.

Ja, wir werden schnell zu Verwaltern unseres Lebens mit dem Sammeln all der Dinge die wir kaufen, geschenkt bekommen oder für uns in Anspruch nehmen. All der Ballast erdrückt uns unterbewusst und schränkt unsere Gedanken und unsere Freiheit ein. Denn Verwaltung kostet. Nicht nur Geld, sondern vor allem Zeit. Ich bin neben den Büchern und der Kleidung alle Zimmer meiner Wohnung durchgegangen und habe alles bis auf 389 Artikel und Gegenstände entsorgt. Wenn ich heute etwas Neues kaufe, fliegt dafür vorher etwas Altes weg. Ohne Kompromiss, denn ich will kein Verwalter meines Lebens werden, sondern dieses Leben auch tatsächlich erleben.

Als ich eine Zeit lang als Dozent an einer Hochschule unterrichtete, taten sich viele der Studenten sehr schwer damit das Konzept der Lagerkosten zu verstehen. Irgendwie wollte die Idee nicht in den Kopf, dass auch Waren die einfach nur im Lager herumlagen Geld kosteten. Wenn wir aber erst einmal verstehen, dass das ganze Verwalten auch eine Form von Opportunitätskosten sind, wird schnell klar, wie viele Dinge wir in unserem Leben einlagern, verwalten, dokumentieren, abheften und kopieren. Schauen Sie sich nur in den durchschnittlichen Haushalten der Menschen um. Dort finden Sie Unmengen an Dekorationsmaterialien, Fotos, kleine Bücher mit witzigen und süßen Sprüchen, Karten, Pins und allmöglichen Kleinkram, der Raum, Zeit und Nerven in Anspruch nimmt. Denn selbst wenn wir denken, dass unser voller Kleiderschrank uns nicht belastet, stellen wir einen Teil unserer Gehirnleistung dafür ab im Hintergrund diese Sachen zu verwalten. Schlimmer noch. Wir fällen jeden Tag diese Entscheidung neu und belasten uns und unsere Entscheidungskompetenz damit.

Ich darf im Rahmen meiner Tätigkeit auch das eine oder andere Start-Up Unternehmen bis hin zum Konzern begleiten und beratend unterstützen. Als ich eines Tages zu einem Termin in eines der Unternehmen geladen wurde, stieß ich auf 3 Mitarbeiterinnen die ihr Büro direkt neben dem Sekretariat hatten, neben dem ich auf meinen Termin wartete. Ich lächelte mit einem kurzen »Guten Morgen die Damen« in das Büro hinein und kam prompt mit den Mitarbeiterinnen ins Gespräch. Sie schienen sehr tüchtig zu sein und erläuterten mir auf meine Frage hin, was ihre Aufgabe im Betrieb sein. Der Geschäftsführer des Betriebes erklärt mit später am Tag, dass jene drei Damen nichts anderes im Betrieb täten als Dokumente zu kopieren, abzuheften, Protokolle zu verfassen, diese zu drucken und wieder zu kopieren. Jede Mail, jede Aktennotiz, jeder Bestellschein und jede gottverdammte Nachricht wurde kopiert und abgeheftet. Die Damen hatten fleißig ein gigantisches Ablagesystem geschaffen und verwalteten dieses nun täglich. Über 140.000 Euro inklusive der Personalkosten flossen im Jahr nur in die Verwaltung dieser Dokumente. Stellen Sie sich das einmal so vor: Sie gehen in einen Drogeriemarkt um die Ecke und wollten etwas für Ihre Verwaltung des Home Office kaufen und die Kassiererin antwortet Ihnen nach dem letzten Ton der Kasse: »Das macht dann 92.983,34 Euro.« Hallo? Merken wir noch etwas?

Das Problem ist nicht, dass wir uns schöne Dinge kaufen, sondern das wir Dinge kaufen weil wir sie wollen, nicht aber weil sie uns glücklich machen. Vielleicht darf ich in diesem Rahmen eines sagen: Am Ende unseres Lebens, bleibt uns nichts. Wir nehmen nichts mit. All das was wir kaufen und ansammeln bleibt zurück. Wofür kaufen Hamster also Dinge und bezahlen dafür mit Ihrer Freiheit? Das System aus dem Hamsterrad auszubrechen macht schon Sinn, aber bedarf eben dem Verzicht! Dieser Verzicht aber wird so viel leichter, wenn man bemerkt, dass der vergangene Weg der totale Unsinn ist.

Es ist immer wieder unglaublich zu sehen, für was wir alles unsere Zeit verschwenden, um weiterhin brav ein Hamster zu bleiben. Vor allem in dem wir unsere Lebenszeit vergeuden.

Vor einigen Jahren flog ich von Berlin zurück nach Düsseldorf. Ich hatte in Berlin ein wunderbares Wochenende verbracht. Dazu gehörten ein tolles Musical, ein exquisites Hotel, hervorragendes Essen und das Nachtleben von Berlin. Eine Stunde nach dem Start des Flugzeuges jedoch, sackte ich in meinem Sitz zusammen. Für einen kurzen Moment dachte ich, mein Sitznachbar hätte mir einen Vorschlaghammer über den Kopf gezogen. Innerhalb von Sekunden brach ich im Sitz vor Schmerz zusammen. Zwei Stunden später lag ich auf der Liege des Arztes im Krankenhaus, der mir erklärte, dass ich meine Angelegenheiten klären solle. Der Mann in Weiß traf eine Diagnose die mich bis ins Mark erschütterte. »Ein paar Stunden bleiben Ihnen noch«, sagte er. Er behauptete, dass ich eine schwere Blutung im Gehirn hätte und auf Grund von Unterbesetzung, Nachtschicht und der Diagnose, eine Hilfe ausgeschlossen sei. Rückblickend lache ich darüber, dass ich einem wildfremden Menschen auf Grundlage der Farbe seines Kittels Glauben schenkte. Doch ich bin studierter Betriebswirt und als Nicht-Mediziner weiß ich gerade einmal wo welche Körperteile sind. Das war es aber auch schon. Ich vertraute diesem Herren und ging davon aus, dass ich in dieser Nacht meinen letzten Atemzug tun würde. Mein Körper zitterte. »Das war es also?«, fragte ich mich. Ich dachte mein Kopf würde zerspringen. Meine Familie saß um mich herum, völlig starr und ratlos vor Sorge. Das war das wohl schlimmste Bild meines Lebens. Kein Elternteil sollte jemals miterleben müssen, dass sein eigenes Kind vor ihnen geht. Kein Kind sollte jemals diese Angst der Eltern sehen müssen.

So leid es mir tut, aber an dieser Stelle muss ich Sie mit Ihrem Tod konfrontieren. Nicht weil ich ihm ins Auge geblickt habe und offensichtlich immer noch lebe, sondern weil ich und Sie sterben. Jeden Tag aufs Neue. Denn wir sterben jeden Tag ein wenig mehr. Jede Minute, jede Stunde und jeder Tag der vergeht ist ein weiterer kleiner Schritt zum Ende unseres Lebens. Doch auch unser Todestag ist nur der letzte Tag unseres Lebens. Obwohl es mir gesundheitlich prächtig geht, bin ich mir seither bewusst, dass es jeden Moment zu Ende gehen könnte. Es könnte ein Auto, Motorrad- oder Flugzeugunfall sein, der alles beendet. Vielleicht zieht mir aber wirklich mal jemand einen Vorschlaghammer über. Wer weiß das schon. Es könnten so viele andere Möglichkeiten sein. Ich habe die Furcht vor dem Tod abgelegt. Was mich wirklich ängstigt ist niemals richtig gelebt zu haben und als Hamster im Rat mein Leben zu vergeuden. Es stimmt, dass wir nur einmal sterben können. Doch leben, das tun wir jeden Tag. Bis eben eines Tages der letzte Tag gekommen ist.

»Wenn man jung ist, denkt man, man sei unsterblich«, hat mein Vater immer gesagt. Das stimmt. Lange Zeit lebte ich, als gäbe es jeden Morgen. Heute lebe ich, als gäbe es keinen mehr. Denn eines Tages werde ich Recht behalten, denn Morgen ist der Einzige Tag der noch nicht existiert.

Stellen Sie sich vor, dass Sie jeden Tag leben als sei es Ihr Letzter Tag auf dieser Erde. Stellen Sie sich jedes Mal vor, wenn Sie Ihren Schatz lieben, es sei das Erste und Letzt Mal, dass Sie solche Liebe empfinden dürften. Jedes Mal, wenn Sie Ihre Kinder umarmen, stellen Sie sich vor, dass es das letzte Mal sein könnte. Jedes Auf Wiedersehen, jede Verabschiedung, jeder Kuss, jedes Gespräch und jede Begegnung könnte die Letzte sein. Das soll Sie gar nicht mit Wehmut erfüllen, sondern Ihnen die Möglichkeit einräumen den Moment viel tiefer zu empfinden. Genießen Sie den Moment und nicht die Zukunft. Verweilen Sie nicht in der Vergangenheit und trauern Sie ihr nicht nach. Leben Sie jetzt!

Als ich damals so auf der Liege im Hospital lag, plagte mich nicht eine Sekunde die Frage, ob ich lange genug im Porsche saß, oder genug Geld verdiente, noch ob ich oft genug neben den schönsten Frauen aufgewacht bin. Lappalien, die am Ende nicht einmal einen Gedanken wert sind. Auch die Meinung anderer über mich und mein Leben, waren keinen einzigen Gedanken wert. Stattdessen ziehen wir am Ende ein Resümee. Ich fragte mich, ob das was ich getan hatte im Leben ein Sinn gestiftet hatte und ich als Teil der Gesellschaft etwas, und wenn es nur ein kleiner Teil war, zu einer positiven Veränderung mit beigetragen hatte. Wenn jetzt alles vorbei wäre, könnte ich dann guten Gewissens gehen und nichts bereuen? Könnten Sie gehen ohne etwas zu bereuen und könnten Sie statt dem Bereuen und Bedauern sagen: »Ach schade. Schon vorbei? Das war richtig fetzig!«?

Die meisten von uns leben ihr Leben wie eine Generalprobe. Ein erster Durchlauf des wahren Lebens, in der Hoffnung, dass irgendwann der richtig gute Teil kommt. Von montags bis freitags arbeiten so die Hamster, in der Hoffnung, dass bald das Wochenende folgt. »Endlich Freitag«, heißt es dann. Am Sonntagabend aber fragen sich alle wieder wo die Zeit hin ist und bereuen, dass morgen bereits wieder Montag sein wird. Was ist das nur für eine Art des Lebens? Wir schmeißen unsere einzige Ressource wie ein Abfallprodukt weg. Alles was wir besitzen ist Zeit und dieser Besitz läuft uns davon.

Stellen Sie sich vor, Sie wären eine Eintagsfliege. Sie wüssten nicht wann der Tod kommt. Eines wäre jedoch sicher. Er würde kommen und das auch noch obendrein am Ende des Tages. Einige von ihnen schaffen es sogar 4 Tage zu überleben. Andere nur ein paar Stunden. Doch bleiben wir bei der Lebensdauer von 24 Stunden. Von den 24 Stunden würden Sie im Durchschnitt 7-8 Stunden schlafen. Dann fallen 3 Stunden für Hygiene- und lebenserhaltende Maßnahmen ab. Duschen, Essen, Einkaufen, Zähne putzen und Abwaschen. Vielleicht müssen Sie noch die Wäsche machen. Haushaltsarbeit eben. Plötzlich sind 12 der 24 Stunden weg. Eine weitere Stunde sitzen Sie vor dem Fernseher oder Ihrem Smartphone. Eine weitere Stunde sind Sie im Schnitt bei Social Media aktiv und schauen mal, wie die anderen Fliegen so sterben. Jetzt verbleiben Sie 8 Stunden auf der Arbeit, um den ganzen Spaß zu bezahlen. Urplötzlich bleiben Ihnen noch 2 Stunden Ihrer Zeit übrig. Relativ schnell wird einem klar, dass die letzten 2 Stunden nicht der Bringer sind. Ein paar der Fliegen machen einen drauf. Der Rest stirbt einfach ohne das sich jemals eine andere Fliege an sie erinnern wird.

So wie die Fliege stirbt, so sterben auch wir. Der einzige Unterschied ist die subjektive Wahrnehmung von Zeit. Was für die Eintagsfliege sich nach einer ganzen Menge Zeit anhört, ist für uns nur ein Katzensprung. Was für uns ein ganzes Leben ist, sind im Blickwinkel des Universums nur ein paar Umdrehungen eines Planeten.

Ja, unsere Zeit knechtet uns. Vor allem weil wir es zulassen. Wir versuchen festzuhalten, was an kostbaren Momenten da ist. So etwa wie in einem Videospiel. Weil gerade alles so schön ist, will man am liebsten den Moment festhalten und einfach abspeichern. Später dann könnte man den Moment nochmal laden und erneut erleben. Speichern und Laden. Doch das Leben kennt keine Ladefunktionen. Speichern können wir auch nichts. Wir können nichts festhalten und lernen am Ende unseres Lebens das endgültige Loslassen.

In dieser Welt lässt sich der Hamster in seiner Lebenszeit knechten. Vor allem tut er das durch Ablenkungen. Hamster lassen sich ablenken von einer unrealer Welt, die uns vorgemacht wird, aber eigentlich überhaupt nicht existiert. Vor allem die jungen Hamster lieben diese Ablenkungen und werden im Verlauf zum Statisten ihren eigenen Theaters. Social Media ist voll mit diesen Ablenkungen, über was richtig, gut, falsch, wahr oder gelogen ist. Neben den hervorragenden Inhalten in den sozialen Medien, die Wissen vermitteln und Meinungen erweitern können, ist ein großer Teil einfach nur eine Darstellung, die niemanden, geschweige denn unsere Gesellschaft, verbessert. Das ist mit einer der Gründe warum ich nicht bei Instagram, Facebook, Snapchat, TikTok oder sonst wo bin. Was keinen Sinn stiftet und meine Zeit knechtet, lehne ich ab.

Diese Ablenkungen gibt es überall. Nicht nur im Beruf. Es gibt Hamster, die sind eine Ablenkung. Es gibt Berufe die zur Ablenkung werden. Es gibt Dinge, die zur Ablenkung werden. Mir fällt das immer auf, wenn ich dann einmal in Düsseldorf bin. Noch vor einer Weile spazierte ich nach einem Vortrag in Düsseldorf die Königsallee entlang und sah vor einigen der Einkaufsläden zelebrierter Modemarken eine Schlange an Menschen die darauf warteten, dass die Tür aufgeht und sie hinein gehen können, um ein neues Accessoire zu ergattern. Ich habe daraufhin einfach eine der jungen Frauen, die dort in der Schlange stand, angesprochen und sie gefragt, worauf sie alle warten? Sie lächelte mich an und sagte: »Wir warten darauf hineingelassen zu werden. Es dürfen immer nur eine begrenzte Anzahl von Kunden gleichzeitig in das Geschäft.« Ernsthaft jetzt, so etwas gibt es wirklich? Ich bewundere die Vermarktung dieser Idee und das die Menschen tatsächlich dort 90 Minuten anstehen, um 10 Minuten in dem Geschäft zu sein. Das nenne ich Beharrlichkeit! Doch, die Tatsache dort überhaupt zu stehen ist der Irrsinn zum Quadrat. Sie verplempern so viel Zeit um ein Modestück für sehr viel Geld zu ergattern, welches für minimale Produktionskosten in Übersee hergestellt wurde, um daraufhin Abends im In-Club der Stadt zu zeigen wie einzigartig man ist. Dort ist es weder exklusiv noch wirklich schön. Wichtig ist nur, dass man dort ist und gesehen wird. Ein Blick in diese Läden gleicht einer Horrorshow. Auf der Tanzfläche stehen die jungen Frauen. Ein Bein länger als das andere und am Vormittag zuvor hatten die Friseure gut zu tun. Die Frauen sind wirklich eine Augenweide. Um die Tanzfläche herum stehen die Männer mit ihrem Glas in der Hand und beobachten die Beute. Das Glas Champagner kostet mehr als die gesamte Flasche im Einzelhandel. Egal, denn Hauptsache ist, dass man gesehen wird. Das Schauspiel ähnelt einer Dokumentation über das Balzverhalten junger Hyänen. Das was bei den Tieren als Balz bezeichnet wird, nennen wir beim Menschen das Antanzen. Jene die nicht nur stehen wollen, sondern auch einmal den Müden Beinen eine Pause geben können, setzen sich an ihren Tisch der für den Abend 800,00 Euro kostet.

Nachdem mir die Menschenmassen auf der Königsallee zu viel werden, marschiere ich zurück zum Parkplatz meines Autos. Der ist in der Tiefgarage unter dem InterContinental Hotel, vor dem einige gemietete Luxuskarossen, oder die Fahrzeuge eines saudischen Prinzen stehen. Vor dem Hotel stehen jetzt nicht mehr die jungen Damen in der Schlange, sondern die Massen ihrer Kerle mit Fotoapparat. Denn auch die sind nur Statisten im Schauspiel, dass mit so großer Sorgfalt und Mühe aufgebaut wurde. Ich bewundere die Sorgfalt und die Anstrengungen die es benötigt, um das ganze Drama aufrecht zu erhalten. Ich stelle mir das wahnsinnig anstrengend vor, wohl wissend, dass beide am nächsten Morgen lieber mit dem Fahrrad zum Bäcker fahren und statt Prada lieber das Lieblingskleid aus dem Geschäft von der Ecke tragen würden. Denn irgendwann ist die Show vorbei, die Flaschen ausgetrunken, die Schminke hinuntergelaufen und der Lamborghini mit Getriebeschaden an der Ampel hängengeblieben.

Das Furchtbare daran sind nicht die schönen Dinge die man kauft und genießt, sondern das Theaterstück das etabliert und dann Leben genannt wird. Auch das ist eine der tragischen Formen das eigene Leben wie eine Generalprobe zu durchlaufen. Der eigene Freund ist nicht die große Liebe, sieht aber zum Anbeißen aus und da man mit den Freundinnen mithalten will, wird er in das Schauspiel als Statist etabliert. Auch für ihn ist sie nur eine nette Ablenkung, die gut aussieht und bei dem eigenen Umfeld Eindruck schindet. Alles muss gut aussehen, gesellschaftstauglich sein und zeigen, dass man es geschafft hat. Doch was hat man wirklich geschafft? Man hat eine Illusion erschaffen. Während die einen eine Illusion von Sicherheit aufbauen und mit ihren Ansprüchen aufrecht Limbo tanzen, inszenieren die anderen ein Bühnenbild der Extraklasse, in dem sie selbst die Hauptrolle spielen. Ob man sich am Ende an all die geplatzten Korken und durchzechten Nächte erinnern wird? Zu Letzt fällt der Vorhang und die letzte Szene endet. An das Werk erinnert sich keiner.

Die Hamster verschwenden so das eigene Leben für die Meinungen dritter, einen Anspruch anderer Menschen und der Gesellschaft, in der Hoffnung, dass sie so mehr Glück und Liebe erfahren. Am Ende gewinnt man nichts davon. Weder Glück, noch Liebe, geschweige denn Freiheit.

Hamster rennen durch das Hamster und hoffen, dass ihr Gehopse und Gespringe nicht umsonst ist. Sie glauben, dass Sie die Zeit nutzen, wenn Sie extrem produktiv sind. Doch auch am Ende der To-Do-Listen findet man keine Freude oder das Glück, oder glauben Sie etwa dass die Masse der Börsianer ihren Job für mehr als nur Geld macht. Die wenigsten unter Ihnen tuen es aus dem Grund heraus, etwas wahres zu verändern und einen Nutzen zu stiften.

Was uns oft fehlt ist das Spielkind ins uns, dass es uns erlaubt, das Leben leichter zu nehmen, den Ernst oft einmal auch zu vergessen und die völlig verrückten Dinge zu wagen, von denen man uns vorher sagte, dass sie unmöglich sein.

So wie bei Peter Pan. Denn der kleine Peter ist ein magischer Junge und kennt diesen Ernst des Lebens nicht. Er altert auch nicht. Er scheint ewig jung zu bleiben. In seiner magischen Welt gelten andere Regeln, als in der Welt der Erwachsenen. Obwohl es auch Erwachsene in der Welt von Peter gibt, sind diese nicht die Art von Erwachsenen, die man gerne um sich hat. Diese sind vor allem die furchteinflößenden Piraten und ihr Anführer namens Captain Hock. Dieser ist der gemeinste von ihnen, der sich obendrein noch den Tod des kleinen Peter wünscht. Er beneidet den Jungen, der durch seine magischen Fähigkeiten dem Erwachsenwerden trotzt und stattdessen ewig jung bleibt. Er beneidet ihn für seine Zeit. Gerade weil die Zeit des Piratenanführers abläuft. Ein gigantisches Krokodil mit einer tickenden Uhr im Bauch erinnert ihn daran, dass er eines Tages gefressen werden wird und seine Zeit jeden Moment dahinschwindet. Peter geht dies nicht so. Er spielt. Jeden Tag. Sein ganzes Leben lang. Er kennt so etwas wie Zeit nicht. Denn das ist es, was das Spielen mit uns anstellt. Wir vergessen was Zeit bedeutet. Warum sollte Peter auch ein Erwachsener werden wollen? Um ihn herum sind alle Erwachsenen von Bosheit, Habgier, Hass und Neid erfüllt. Wenn es das bedeutet ein Erwachsener zu sein, wird er niemals altern wollen. Für diese Freiheit ist der kleine Peter bereit alles zu opfern. Er opfert am Ende seine Spielkameraden und lässt diese erwachsen werden. Er opfert ein Leben mit einer Frau, Wendy, die wohlmöglich seine große Liebe hätte sein können. Er opfert alle Möglichkeiten auf ein normales Leben, das die eigene Sterblichkeit und ein Erwachsenwerden toleriert, nur um weiter spielen zu können, ewig jung zu bleiben und in einer unrealen Welt namens Nimmerland zu leben.

Wir Erwachsenen lesen oder schauen uns die Geschichte an und verstehen nicht recht. Wie kann man ewig ein Junge bleiben wollen? Was ist mit den ganzen Kosten? Lebenserhaltungskosten zum Beispiel? Wer bezahlt die Versicherungen von Nimmerland? Wer bezahlt den Feenstaub? Was ist wenn einmal jemand krank wird? Gibt es so etwas wie eine Krankenversicherung? Was ist wenn die Piraten unter anderer Flagge zurückkehren? Brauchen wir da nicht ein Sicherheitssystem? Am besten sollte die Höhle eine Alarmanlage bekommen. Können wir überhaupt Kindern gestatten Waffen zu führen? Verdammt! Wir haben ja gar keinen Ausschuss, der das diskutieren könnte. Wenn wir schon dabei sind; gibt es denn in Nimmerland auch eine Gleichstellungsbeauftragte, die dafür sorgt das Tinkerbell und Peter Pan auch gleich behandelt werden?

Wo führen uns nur unsere Gedanken hin, wenn wir weiterhin in den uns bekannten Rahmen denken? Wir nennen es nicht umsonst Rahmenbedingungen. Es sind Bedingungen an die wir uns knüpfen. Meistens sogar aufknüpfen. Wo bleibt in uns das Spielkind, das erforschen will und mal etwas wagen will – wagen will aus den Rahmenbedingungen und dem Hamsterrad auszubrechen?

Nicht nur Boss Hamster gründen. Sondern auch Rebellen des Hamsterrads. Sie sind diese Spielkinder. Denn wahre Spielkinder wollen sehen was so geht, wenn man völlig selbstbestimmt etwas angeht, auf die Nase damit fliegt oder es doch schaffen und das Unternehmen ein Erfolg wird. Ich habe das auch schon erlebt. Sowohl das mit der auf die Nase fliegen, als auch das mit dem Erfolg.

An dieser Stelle bleibt mir jedoch nicht die Zeit um das weiter zu vertiefen. Deshalb mehr dazu in meinem dritten Buch „Rebellion im Hamsterrad, welches 2020 im FBV Verlag erschien und alle Infos und Geschichten dazu, wie man auch mit geringem Startkapital, ohne Maschinen, Personal, Webseite und Facebook ein erfolgreiches Geschäft nebenbei aufbauen kann. Ebenfalls im Buch mehr dazu wie man ein freies Leben leben kann, das Hamsterrad verlässt, Cashflow aufbaut, einen Sinn in seiner Tätigkeit findet und das eigene Leben nicht für Unfug vergeudet.

Jetzt hatte ich am Anfang doch tatsächlich versprochen, dass ich noch erkläre wie man First Class für den Preis der Holzklasse fliegt. Und Versprechen bricht man nicht. Also hier die Erläuterung dazu. Eines sei vorweg gesagt: Es gibt mehrere Wege das anzustellen. Hier nach meiner Ansicht der leichteste Weg und wie ich auf ihn kam:

Vor einigen Jahren fliege ich von Boston zurück nach Frankfurt. Ich hatte eine irre Zeit in Übersee verbracht und freute mich nun auf zu Hause. Doch der Gentleman im Sitz vor mir, hielt sich während des 7 stündigen Fluges für einen Dirigenten, klappte seinen Sitz so weit nach hinten, dass er kurz vor meinem Gesicht stoppte und begann daraufhin wild mit seinen Händen und dem Bleistift in der Luft zu wedeln. Plötzlich war ich stinksauer. Was fiel diesem Idiot eigentlich ein? Als ich gerade die Stewardess zu mir rufen wollte, zog diese den Vorhang zur Business Klasse im vorderen Teil des Flugzeugs zu. Ich konnte einen kurzen Blick lang erhaschen, wie viel Freiheit und Komfort man dort vorne besaß. Einen Dirigenten sah ich dort vorne auch nicht. »So ein Bockmist! Warum sitze ich nicht da vorne?«, habe ich mich gefragt. Die Antwort ist leicht: Ganz einfach, weil das Business Class Ticket 3000,00 Euro kostet und mein Holzklasseticket 1260,00 Euro. Ich konnte schon die zweifelhaften Stimmen in meinem Kopf hören die sagten: »Wenn du mal wieder größenwahnsinnig werden willst, kauf dir doch gleich für 10.000 Euro ein First Class Ticket.« Ich weiß Sie kennen diese Stimme des Kleingeistes auch. Wir alle kennen Sie. Ich wollte tatsächlich First Class fliegen. Doch wie? Ich würde auch wie Sie vermutlich keine 10.000 Euro für dieses Ticket ausgeben. Ich bin schließlich selber Kaufmann und 10.000 Euro für ein wenig mehr Komfort auszugeben, war kein gutes Tauschgeschäft. Den Schwachkopf vor mir, konnte ich allerdings auch nicht länger ertragen und würde das mir auch niemals wieder antun wollen. Wie könnte ich also für den Preis der Holzklasse da vorne in der ersten Liga sitzen? Plötzlich klang die Stimme in meinem Kopf wie meine ehemalige Lehrerin: »Man kann nicht alles im Leben haben.« Spätestens wenn Sie auf einem Langstreckenflug Stimmen hören, wissen Sie, dass Sie nach vorne gehören. Ich habe den Rest des Fluges damit verbracht eine Lösung für das Problem zu finden. Zu Hause wieder angekommen, hatte ich die Lösung gefunden. Seither fliege ich First Class oder mindestens Business Class für den Preis der Holzklasse.

Die Lösung ist ein Rechenbeispiel für hervorragende Tauschgeschäfte. Statt Euros in ein Flugticket direkt zu tauschen, musste ich die Euros vorher einfach nur in eine andere Währung eintauschen – und zwar in Meilen. Viele Luftfahrtunternehmen bieten ihren Passagieren die Möglichkeit Meilen für Flüge zu sammeln, welche Sie dann später wieder eintauschen können. Nach einigen hunderttausend Kilometern, hätte man dann einen kostenlosen Flug raus. Solange wollte ich aber nicht warten.

Ich brauchte so etwas wie eine Tauschbörse für Meilen, in der ich Euros in Meilen und Meilen dann wieder in das Ticket tauschen könnte und das am besten noch für den Preis der Holzklasse. Scheinbar war ich nicht der Einzige mit dieser Idee. Eine solche Tauschbörse fand ich relativ schnell im Netz. Dort las ich, dass verschiedene Anbieter von Zeitschriften für ein Jahres-Abo Ihres Magazins Meilen verschenkten. Dort bekam ich für ein Abo 9060 Meilen gutgeschrieben. Das Abo kostete mich 86,60 Euro. Dieses Abo schloss ich 25 Mal ab, um 226.500 Meilen zu sammeln. Ich bezahlte 2165,00 Euro und erhielt genug Meilen um nach New York City im Sommer First Class hin und zurück zu fliegen. Nachdem ich die Meilen gutgeschrieben bekam, kündigte ich die Abos alle wieder. Das Manko war jedoch, dass ich nun mit einem Haufen von Zeitschriften für 12 Monate beliefert wurde. Daraus habe ich dann das nächste Tauschgeschäft gemacht. Ich habe meinem Zahnarzt diese Zeitschriften kostenlos für seine Praxis überlassen und von ihm dafür 2 kostenlose Zahnreinigungen pro Jahr bekommen. Unter dem Strich hätten ihn die Zeitschriften mehr Geld als die Zahnreinigungen gekostet. Die anderen Zeitschriften gab ich an meinen Hausarzt, der mir dafür einmal jährlich eine große Untersuchung inklusive großem Blutbild spendierte. Alle gewannen. Meine Ärzte sparten Geld ein, ich gewann die Untersuchungen und ärztliche Betreuung und die Patienten erhielten genug Lesestoff aus den diversen Magazinen.

Ich verrate Ihnen auch meine Tauschbörsen. Auf Webseiten wie vornesitzen.de oder meilenoptimieren.com finden Sie einen Katalog voll an Informationen, um Meilen oder Punkte günstig zu erwerben und klug einzutauschen. Werden Sie Ihre Tauschbörsen für gute Tauschgeschäfte auch mit mir teilen? Viel wichtiger ist auch noch die Frage: Kennen Sie noch andere Währungen in die man tauschen könnte?

Wenn man aus dem Hamsterrad ausbrechen will, gibt es viele Wege die zum gleichen Ziel führen sollen. In erster Linie aber müssen wir das Hamsterrad hinterfragen, die 4 Formen der Knechtschaft loswerden und aus uns selbst heraus kommen, damit wir endlich den unsinnigen Routinen und dem Trott unseres Lebens trotzen können. Wir sind es die entscheiden, ob wir kluge Tauschgeschäfte durchführen und dem Hamsterrad entrinnen und zum Rebellen des Hamsterrads werden.

Vielen Dank & Alles Gute,

Ihr Niclas Lahmer

2020-04-16T12:16:56+00:00